Fußball

Fußball Seifert poltert nach Corona-Fällen gegen die UEFA

Liga-Boss kritisiert Länderspiele

Frankfurt.Eindringlich appellierte Christian Seifert an die UEFA – in seinem Biotop Bundesliga soll es aber auch nach dem nächsten umstrittenen Länderspiel-Dreierpack planmäßig weitergehen. Einem Antrag der TSG 1899 Hoffenheim, das Duell mit dem VfB Stuttgart aufgrund von sieben Corona-Fällen und einer selbst verhängten Quarantäne um einen Tag zu verschieben, gaben die Deutsche Fußball Liga (DFL) und ihr Boss Seifert nicht statt. „Wir haben dann diesen Antrag gestellt. Er wurde abgelehnt. Das finde ich schade, aber das akzeptieren wir“, sagte Hoffenheims Sportchef Alexander Rosen.

Stattdessen prangerte Geschäftsführer Seifert im „Kicker“ offensiv die aus den Länderspielen entstehenden Missstände an. „Klar gesagt: Die derzeitige Situation ist aus Sicht der nationalen Ligen und ihrer Clubs nicht zu akzeptieren.“ Während in der Bundesliga ein striktes Hygienekonzept herrsche, gebe es bei den Europa-Touren mit den Nationalteams gleich mehrere Probleme. Ihm gehe es um „unterschiedliche Gefährdungslagen, differenzierende behördliche Verordnungen“ sowie Hygienekonzepte, „die manchmal vielleicht auch weniger streng umgesetzt werden“.

Nations League infrage gestellt

Der Fall der pandemiegeplagten TSG liegt diesmal aber anders. Während Trainer Sebastian Hoeneß und Sportchef Rosen im Oktober ein Trio um Vize-Weltmeister Andrej Kramaric nach Länderspielen isolieren musste, erfolgten sechs der sieben Positivtests diesmal gleich zu Beginn der Länderspielpause. Skov und Dabbur wurden bei Ankunft bei ihren Nationalteams positiv getestet. Einzig Stürmer Adamyan infizierte sich unterwegs.

Doch der Fall des Armeniers so wie weitere Positivfälle bei Marin Pongracic vom VfL Wolfsburg und dem Leipziger Stürmer Hee-chan Hwang gaben Seifert Anlass genug, kräftig gegen die UEFA zu poltern. „Es sollte Einigkeit darüber herrschen, dass Länderspiel-Reisen nicht den Spielbetrieb im gesamten Profifußball gefährden dürfen“, mahnte der DFL-Boss. Auch die Nations League stellte Seifert indirekt in Frage. Es sei „dringend abzuwägen“, wie man mit Länderspielen verfahre, die weniger Relevanz „als beispielsweise die europäischen Club-Wettbewerbe und erst recht eine EM“ haben.

Die Bundesliga-Bosse befürworten das klare Signal. Mönchengladbachs Sportchef Max Eberl betonte, er könne die Aussagen „total verstehen“. Natürlich seien die Reisen „ein Problem für uns alle“ gewesen. Sein Club machte am Donnerstag die Infektion von Stürmer Alassane Plea publik, er war allerdings nicht zur Nationalmannschaft gereist.

Auch Hoffenheims Rosen, der schon vor einem Monat in diese Richtung argumentiert hatte, pflichtete Seifert bei: „Ich begrüße es sehr, dass er in diese Kerbe schlägt. Ich hätte mir aber gewünscht, dass so ein Statement nach außen vielleicht auch früher kommt.“ dpa

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