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Fußball Heiko Herrlich soll angeblich die Nachfolge des entlassenen Sandro Schwarz antreten / FSV entbindet auch Assistenzcoach Michael Thurk von seinen Aufgaben

Mainz sucht Trainer von außerhalb

Archivartikel

Mainz.Der FSV Mainz 05 will nicht wieder einen Trainer aus dem eigenen Stall befördern wie einst Jürgen Klopp und Thomas Tuchel – „nur um dieses Bild weiter zu malen.“ So hat Sportvorstand Rouven Schröder das Vorgehen bei der Suche nach einem Nachfolger von Sandro Schwarz erklärt. Heiko Herrlich gilt nun nach Angaben des „kicker“ als Topkandidat auf den vakanten Posten beim abstiegsbedrohten Fußball-Bundesligisten.

Der 47 Jahre alte Ex-Nationalspieler ist seit seinem Abgang bei Bayer Leverkusen im Dezember 2018 ohne Verein. Vor seinem Engagement bei der Werkself hatte der ehemalige Bundesligaprofi Jahn Regensburg von der Regionalliga in die 2. Liga geführt. Herrlich arbeitete auch schon im Nachwuchsbereich von Borussia Dortmund, Bayern München und beim DFB.

Der frühere Trainer von Hertha BSC, Pal Dardai, ist dagegen kein Thema. Der Neue soll in der nächsten Partie der Mainzer am 24. November bei der TSG Hoffenheim auf der Bank sitzen. An diesem Freitag absolvieren die 05er ein Testspiel gegen den Zweitligisten Darmstadt 98.

Nach der Trennung von Schwarz hat Schröder zwar dessen Assistenten Jan-Moritz Lichte und Michael Falkenmayer die Betreuung der Mannschaft übergeben. Gleichzeitig betonte der 44-Jährige, dass der Tabellen-16. einen Chefcoach von außerhalb sucht: „Wir werden einen Trainer verpflichten, der nichts mit Mainz intern zu tun hat.“ Am Montag entband Mainz auch Co-Trainer Michael Thurk von seinen Aufgaben. Der Ex-Profi solle aber in anderer Funktion in den sportlichen Bereich integriert werden.

Der 39 Jahre alte Lichte war 2011 Lehrgangsbester bei der DFB-Ausbildung zum Fußballlehrer. Warum er keine Chance erhalten soll, begründete Schröder nicht genauer: „Wir haben wunderbare Trainer, aber man muss auch über den Tellerrand hinaus schauen.“

Kurze Amtszeiten

Der heutige Liverpooler Startrainer Klopp wurde 2002 von Präsident Harald Strutz und Manager Christian Heidel direkt vom Spieler zum Trainer befördert. Tuchel (jetzt Paris Saint-Germain) trainierte ein Jahr die U19, ehe er zum Chef aufstieg. Schwarz-Vorgänger Martin Schmidt kam 2015 von außen: Der Schweizer hielt sich zwei Jahre. Eine kürzere Amtszeit hatten der Däne Kasper Hjulmand (Juli 2014 bis Februar 2015) und Jörn Andersen. Der Norweger stieg 2009 zwar mit dem FSV in die Bundesliga auf, wurde aber noch vor Saisonbeginn beurlaubt.

„Es ist unsere Aufgabe, eine sehr gute Lösung zu finden“, sagte Schröder, betonte aber auch: „Wir lassen uns da definitiv nicht drängen.“ Von Wintereinkäufen, um den schwächelnden Kader aufzubessern, will er bislang nichts wissen. Die Mannschaft stelle sich dann alleine durch die Rückkehr der Langzeitverletzten Jean-Philippe Mateta, Dong-Won Ji und Stefan Bell wieder neu auf.

„Da kommen drei potenzielle Stammspieler zurück, die für eine neue Konkurrenzsituation sorgen und eine andere Ausstrahlung auf dem Platz mitbringen“, so Schröder. Die ist nach dem 0:8 bei RB Leipzig und dem 2:3 gegen Union Berlin auch dringend nötig, wenn der Club nicht am Saisonende nach elf Jahren ins Unterhaus stürzen soll. dpa