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Fußball FSV-Trainer Jan-Moritz Lichte spürt großen Druck im Duell mit Schlusslicht Schalke 04 / Jobgarantie vom Sportvorstand

Mainzer wollen Krisengipfel als Chance sehen

Archivartikel

Mainz.Jetzt gilt’s! Im Krisenduell der Fußball-Bundesliga zwischen dem FSV Mainz 05 und dem FC Schalke 04 steht der punktlose Tabellenletzte aus Rheinhessen am Samstag (15.30 Uhr/Sky) unter immenser Anspannung. „Auf jeden Fall ist der Druck groß“, unterstrich 05-Trainer Jan-Moritz Lichte am Donnerstag die besondere Situation.

Die Negativserie des Vorletzten aus Gelsenkirchen von 22 Liga-Partien ohne Sieg macht die Aufgabe für die Mainzer nicht einfacher. „Gegen einen Gegner, der sich in einer ähnlichen Situation befindet, hat man das Gefühl: Wenn nicht jetzt, wann dann“, sagte Lichte. „Dennoch dürfen wir nicht verkrampfen, sondern müssen auch einen gewissen Grad an Freude entwickeln können.“

Diese Freude stellt sich freilich nicht von selbst ein, dafür müssen die Mainzer Spieler etwas tun. „Die holt man sich durch positive Situationen“, sagte Lichte. „Wenn wir es schaffen, aus dem großen Feld ein kleineres zu machen, in dem wir miteinander Fußball spielen, im Gegenpressing Bälle gewinnen, schnell vors Tor kommen, dann macht das Freude.“ Bei der jüngsten 1:3-Niederlage in Augsburg war all dies wegen der eigenen Passivität in der ganz schwachen ersten Halbzeit nicht gelungen. „Da war der Raum zu groß, wir haben nicht direkt eine Anspielstation gefunden“, kritisierte der Coach.

Hektik nutzen

Das sechste verlorene Spiel dieser Saison hat offenbar Spuren hinterlassen – positive allerdings, wie der Trainer befindet. Er habe seine Leute in der Trainingswoche so wahrgenommen, dass alle fest entschlossen seien, das Ruder herumzureißen. „Alle sind angepiekst. Es hat in den vergangenen Tagen auch mehr Konflikte gegeben als sonst“, berichtete Lichte und betonte: „Es gab keine Schlägerei oder andere körperliche Auseinandersetzungen, aber es gab Gesprächsbedarf zwischen den Spielern – in einer aggressiveren Art und Weise als es üblich ist.“

Aggressivität erwartet er auch im Spiel gegen Schalke. „Ich gehe davon aus, dass beide Seiten versuchen werden, das Heft des Handelns in die Hand zu bekommen, um dem Gegner deutlich zu zeigen, dass sie gewillt sind, über ihre Aggressivität das Spiel für sich zu entscheiden“, sagte Lichte. Angesichts der Lage bei beiden Clubs rechne er zudem mit einer gewissen Hektik, die aber auch ein Vorteil sein könnte. „Wir haben gezeigt, dass es für unser Spiel gut ist, wenn wir in bestimmten Räumen Hektik verbreiten“, meinte er. „Aber wir müssen auch in den entscheidenden Räumen Ruhe bewahren.“ Der Pokal-Erfolg der Schalker beim FC Schweinfurt (4:1) am Dienstag habe keinen nennenswerten Einfluss auf die Mainzer Vorbereitung.

In der grassierenden Unsicherheit in Mainz hat Sportvorstand Rouven Schröder seinem Trainer eine Jobgarantie unabhängig vom Ausgang des Spiels gegeben. „Jan-Moritz macht einen guten Job, besonders damit, wie er alle mitnimmt, nur bildet es sich noch nicht in den Ergebnissen ab. Dieses Wochenende hat deshalb für mich auch keinen Endspielcharakter für den Cheftrainer“, sagte Schröder dem „Kicker“.

Den Spielern empfiehlt Schröder, schon vor dem Schalke-Spiel das Positive zu sehen. „Alle sollten es als Chance begreifen, dass wir Schalke überholen können.“ dpa

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