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Fußball Real Madrid bindet Toni Kroos etwas überraschend bis 2023 an sich

Mega-Vertrag statt Trennung

Archivartikel

Madrid.Erst Pleite mit Pfeifkonzert, dann die erfreuliche Nachricht der Vertragsverlängerung: 24 Stunden nach dem blamablen 0:2 im letzten Ligaspiel gegen Betis Sevilla verkündete der spanische Fußball-Rekordmeister Real Madrid die Fortsetzung der Zusammenarbeit mit dem deutschen Nationalspieler Toni Kroos um mindestens ein Jahr.

Der Weltmeister von 2014, der am Sonntag auf der Bank saß und eine schwache Saison spielte, unterzeichnete einen Kontrakt bis 2023. „Das ist ein besonderer Tag für mich. Ich bin sicher, dass wir in den nächsten vier Jahren gemeinsam viel Erfolg haben werden“, sagte der 29 Jahre alte Profi am Montag.

Nach der Katastrophensaison der Königlichen kam die schnelle Verlängerung überraschend. Denn Kroos stand nach übereinstimmenden Medienberichten auf der Liste der sogenannten „Unerwünschten“, die verkauft werden sollten.

Kroos suchte nicht nach Ausreden: „Diese Saison hat keiner von uns sein Topniveau erreicht, auch ich nicht.“ Nach drei Champions-League-Siegen in Serie sei ein solcher Leistungsabfall aber normal, betonte er. An einen Weggang habe er aber nie gedacht.

„Wenn es nicht gut läuft, will ich immer dazu beitragen, dass es wieder besser wird“, sagte er. Angesichts der zu erwartenden Verstärkungen im Mittelfeld habe er keine Angst vor der „Konkurrenz“. „Nein, wenn ich mein Niveau erreiche, habe ich da nie Probleme“, sagte Kroos, der nun beim Neuaufbau mithelfen darf. „Das hier wird sich so oder so ändern. Mit Sicherheit“, hatte Trainer Zinedine Zidane nach dem Abpfiff am Sonntag gesagt. Der Urlaub des vor gut zwei Monaten zum Bernabéu zurückgekehrten Franzosen wird mit Sicherheit nicht allzu unbeschwert und sorglos ausfallen.

„Ein Horrorfilm“

Real hat eine der schlechtesten Spielzeiten der 117-jährigen Clubgeschichte hinter sich. „Das war ein Horrorfilm“, bilanzierte die Digitalzeitung „El Confidencial“. So viele Liga-Niederlagen wie diese Saison (12) hatte man in diesem Jahrhundert bisher nicht eingesteckt. Insgesamt ging das Starensemble 18 Mal als Verlierer vom Platz.

Was die Fans aber am meisten schmerzt: Der Rückstand auf Erzrivale und Meister FC Barcelona war am Ende mit 19 Punkten so groß wie noch nie seit der Gründung der Liga im Jahr 1929. Dass Zidane – der dritte Trainer der Saison nach Julen Lopetegui und Santiago Solari – mit fünf Siegen, vier Niederlagen und zwei Remis dazu beitrug, nimmt man ihm bereits übel. „Zidane war ein verdammtes Desaster“, schrieb „El Mundo“. Dass Zidane allein die Champions League einmal als Profi und drei Mal als Trainer nach Madrid holte, scheint vergessen.