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Fußball Aus bei Copa América gegen Erzrivale Brasilien

Messi, der Verzweifelte

Archivartikel

Belo Horizonte.Einen Moment lang war Lionel Messi allein. Mit leerem Blick und gesenktem Kopf stand der fünfmalige Weltfußballer auf dem Rasen des Estadio Mineirão – und tief in dem 32-Jährigen schien die Wut aufzusteigen. „Brasilien kontrolliert alles“, wetterte der argentinische Superstar nach dem 0:2 (0:1) im Halbfinale der Copa América gegen den Erzrivalen Brasilien: „Wir haben alles gegeben, was wir hatten. Aber es gab Dinge, die gegen uns gelaufen sind.“

Schiedsrichter Roddy Zambrano aus Ecuador habe seiner Mannschaft mehrfach einen Strafstoß verweigert, für die Brasilianer hingegen habe „jeder minimale Kontakt“ zu einem Freistoß geführt. Dass der Unparteiische bei fraglichen Szenen nicht den Videobeweis benutzte, sei großer „Schwachsinn“ gewesen. „Dafür gibt es keine Entschuldigung“, meinte Messi, dessen Traum vom ersten Titel mit der A-Nationalmannschaft erneut jäh geplatzt war.

Zweifel am Verband

Zwar forderte der Offensivstar des FC Barcelona die Südamerika-Konföderation Conmebol dazu auf, gegen die Fehler der Schiedsrichter vorzugehen. „Aber ich glaube nicht, dass sie irgendetwas machen“, sagte Messi. Zu groß sei der Einfluss des brasilianischen Verbandes.

Die Gastgeber waren in der 19. Minute durch Gabriel Jesus in Führung gegangen. Die Vorlage kam von Champions-League-Sieger Roberto Firmino, der das 2:0 erzielte (71.). Auch nach dem entscheidenden Treffer hatten die Argentinier heftig protestiert, weil zuvor ein vermeintliches Foul an Messi, der in der zweiten Hälfte nur den Pfosten traf, nicht geahndet worden war. dpa