Fußball

Fußball Dortmund hofft, dass Christian Pulisic in seinen letzten Borussia-Monaten wieder in Topform kommt

Mit großem Ziel auf Abschiedstour

Marbella.Richtig locker wirkte Christian Pulisic nicht. Selbst die angenehme Atmosphäre auf der Terrasse des noblen Fünf-Sterne-Hotels „Grand Melia“ in Marbella trug beim Angreifer des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund kaum zur Entspannung bei. Mit verschränkten Armen und leiser Stimme warb der US-Nationalspieler um Verständnis für seinen vielbeachteten 64-Millionen-Transfer zum FC Chelsea: „Wir haben eine großartige Lösung gefunden für alle.“ Dem ungewöhnliche Deal, erst im Sommer in die Premier League zu wechseln und bis dahin als Leihspieler für den BVB aufzulaufen, kann er persönlich einiges abgewinnen „Ich denke, mein Kopf ist jetzt klarer“, sagte der Profi.

Für Pulisic geht nach langem Transferpoker ein Traum in Erfüllung. „Die Premier League ist der Ort, an dem ich schon als Kind gerne spielen wollte. Sie war schon immer eine unglaubliche Liga mit Spielern aus der ganzen Welt“, schwärmte der 20-Jährige. Da kam die Offerte aus London gerade recht: „Mir hat der Spielstil von Chelsea immer gut gefallen. Das könnte gut zu mir passen.“ Gerüchte, wonach sich auch sein ehemaliger BVB- und derzeitige Liverpool-Trainer Jürgen Klopp um eine Verpflichtung bemüht haben soll, mochte er nicht kommentieren: „Das ist nichts, worüber ich sprechen will.“

Die üppige Transfersumme, die Pulisic zum immerhin viertteuersten Profi der Bundesliga-Geschichte macht, verblüffte viele Fachleute. Schließlich lief sein Vertrag beim Bundesliga-Herbstmeister 2020 aus. Zudem musste der dribbelstarke Flügelspieler zuletzt häufig mit einem Platz auf der Bank vorliebnehmen. Möglicherweise trug die Unsicherheit über seine sportliche Zukunft in den vergangenen Monaten dazu bei, dass er in seinen Leistungen stagnierte. Das soll sich in seinen letzten Monaten beim Revierclub ändern. „Ich werde hier nicht meine Zeit ablaufen lassen. Ich will spielen und muss um meinen Stammplatz kämpfen. Dazu bin ich bereit“, sagte Pulisic. Sportdirektor Michael Zorc ist guter Dinge, dass es dem in der BVB-Jugend ausgebildeten Ausnahmetalent auch als Leihspieler nicht an Motivation mangeln wird: „Wir haben jetzt für alle Seiten Klarheit. Deshalb hoffe ich, dass er sich nun – wie es seiner Qualität entspricht – vom BVB verabschieden kann.“

Liebend gern würde Pulisic seine Zeit beim Revierclub mit einem Titel ausklingen lassen – idealerweise in tragender Rolle. Zwar meidet auch er ähnlich wie seine Kollegen das M-Wort, traut dem Team aber einiges zu: „Wir haben bisher eine großartige Saison, sind Tabellenführer und haben große Ziele. Ich hoffe, dass wir ein wirklich besonderes Jahr haben werden.“

Bürki macht Nationalelf-Pause

Roman Bürki wird unterdessen bis auf weiteres nicht mehr für die Schweizer Nationalmannschaft spielen. Wie der 28 Jahre alte Torhüter erklärte, will er sich vorerst auf seine Aufgabe beim Herbstmeister konzentrieren: „Ich habe mich dazu entschieden, zumindest in diesem Jahr in eine Art Standby-Modus zu schalten, was meine Nationalmannschafts-Karriere angeht.“ Seine Entscheidung sei „keine gegen das Nationalteam, sondern eine für einen verstärkten Fokus auf den BVB und meine Gesundheit.“ dpa