Fußball

Fußball Auch Kardinal Woelki drückt für den Klassenerhalt des 1. FC Köln die Daumen

Mit himmlischer Hilfe

Köln.Im Glauben liegt die Kraft. Für Kardinal Woelki ist ein Kölner Fußball-Wunder keine Utopie. „Ich glaube daran, weil ich ein Mensch voller Hoffnung bin. So lange man atmet, lebt man noch, haben die Römer gesagt. Man darf für alles beten, auch für den Fußball-Gott. Ich selbst drücke alle Daumen“, wird der Kölner Erzbischof in der Zeitung „Express“ zitiert. Woelki ist bekennender Fan des 1. FC Köln, der nach der Hinrunde mit sechs Punkten abgeschlagen am Tabellenende liegt.

Am Sonntag (15.30 Uhr) trifft die Mannschaft von Trainer Stefan Ruthenbeck, die neun Zähler Rückstand auf den Relegationsrang hat, zum Rückrundenauftakt im Derby auf Borussia Mönchengladbach. „Die Mannschaft wird mehr und mehr komplett, viele sind wieder fit und brennen auf ihren Einsatz“, sagte Woelki, der regelmäßig Spiele im Stadion besucht, und fügte an: „Der Glaube kann sehr motivierend sein. Und ich denke, dass das Trainerteam ebenfalls motiviert ist.“ Woelki wird am Sonntag laut Erzbistum Köln aber nicht live dabei sein.

Auch FC-Ikone Lukas Podolski glaubt, dass der FC noch die Teilnahme an der Relegation schaffen kann. Doch Simon Terodde macht sich nichts vor. „Natürlich kann ich die Tabelle lesen – und ich bin Realist.“ Klare Worte des Winter-Neuzugangs. Und wenn der 29-Jährige das Bundesliga-Ranking vor Augen hat, sieht er Schlimmes: Platz 18 mit nur sechs Punkten, die schlechteste Hinrundenbilanz in der FC-Historie.

Da helfen wohl nur noch Durchhalteparolen, die der vom VfB Stuttgart verpflichtete Kölner Rückkehrer in zwei Sätzen zusammenfasst: „Wir werden uns richtig gut vorbereiten und in der Rückrunde alles raushauen. Wir werden nichts verschenken.“ Podolski versucht sich bei seinem Herzensclub als Mutmacher. Warum sollte nicht noch der Relegationsplatz drin sein? „Ich glaube daran, ich habe ein gutes Gefühl“, ließ der Weltmeister unlängst wissen.

Bessere Stimmung

Der Gemütszustand am Geißbockheim scheint sich generell verbessert zu haben. Peter Stögers Trainer-Nachfolger Stefan Ruthenbeck jedenfalls gibt sich kämpferisch, will Courage vermitteln. „Wenn die anderen schwächeln, müssen wir da sein. Vier, fünf Siege in Serie – das hat es alles schon gegeben“, sagte der 45-Jährige. Das 1:0 am letzten Hinrundenspieltag gegen Wolfsburg soll der Beginn dieser unwahrscheinlichen, aber sicher nicht unmöglichen Entwicklung sein. „Jedes positive Erlebnis tut uns gut“, bemerkte Ruthenbeck.

Viel wichtiger ist für den ehemaligen Aalener und Fürther Zweitligacoach aber der personelle Faktor: Langzeitverletzte wie Jonas Hector sind wieder dabei. Auch Simon Zoller, Yuya Osako, Sehrou Guirassy, Claudio Pizarro, Nikolas Nartey und Marcel Risse sind Optionen, die helfen können, das sportliche Wunder irgendwie möglich zu machen.

Dass sich die Profis in der Pflicht sehen, unterstreicht Terodde mit markigen Aussagen: „Wenn der FC spielt, fiebert fast die ganze Stadt mit. Deshalb musste ich nicht überlegen, als das Angebot kam“ – so erklärt er seinen Entschluss, Aufsteiger Stuttgart zu verlassen. dpa