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Fußball Zum 90. Mal treffen Gladbach und Köln in der Bundesliga zum traditionellen rheinischen Derby aufeinander

Motiviert bis in die Haarspitzen

Archivartikel

Mönchengladbach.Erhöhtes Sicherheitsaufgebot, Orkanwarnungen und zwei Teams in Top-Form. Das 90. Bundesliga-Derby zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln (Sonntag, 15.30 Uhr) elektrisiert die Massen wie eh und je und könnte – zumindest was die Großwetterlage betrifft – recht ungemütlich werden. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat vor starken Sturmböen bis hin zu Orkanböen am Sonntag gewarnt. Aktuell sei die Austragung der Partie aber nicht gefährdet, hieß es in Mönchengladbach. Der heftigste Teil des Sturms werde wahrscheinlich erst nach der Partie zu erwarten sein.

Unabhängig von den äußeren Bedingungen sind die Spieler beider Teams motiviert bis in die Haarspitzen. „Für mich haben die Duelle mit dem 1. FC Köln die größte Bedeutung in der Saison“, sagte Gladbachs Flügelspieler Patrick Herrmann dem „Express“.

Besondere Atmosphäre

Für seinen Trainer Marco Rose ist das Duell mit den Kölnern das erste Derby im Borussia-Park. „Das ist sehr wichtig für die Menschen hier und in Köln. Für uns ist es ein wichtiges Bundesligaspiel und für die Fans geht es ein bisschen über ein normales Spiel hinaus“, sagte der 43-Jährige.

Er hatte mit seinem Team schon im Hinspiel in Köln diese besondere Atmosphäre erlebt – mit einem 1:0-Sieg seiner Mannschaft. Den Siegtreffer erzielte Alassane Pléa, der in der Partie an diesem Sonntag wegen einer Sperre ebenso nicht dabei sein wird wie Tony Jantschke, Ramy Bensebaini und Christoph Kramer (alle verletzt).

Die Gladbacher werden allerdings auf eine andere FC-Elf treffen als im Hinspiel. „23 Punkte, sechs Punkte weg vom Relegationsplatz – das sah vor drei Monaten noch anders aus. Dass die Mannschaft es schaffen kann, damit habe ich gerechnet. Aber dass sie so schnell die Kurve kriegen kann und mittlerweile solide im unteren Mittelfeld steht, überrascht mich schon“, sagte Borussias Sportdirektor Max Eberl sichtlich erstaunt dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.

Er freue sich auf das Derby, auf die Emotionen. Radikalität wolle man aber nicht. „Die vergangenen vier Derbys sind vor allem auf dem Platz ausgetragen worden. Ich wünsche mir, dass es am Sonntag Emotionen auf dem Platz gibt, es daneben aber ruhig bleibt“, meinte Eberl am Freitag.

Für Sonntag sind in Gladbach erhöhte Sicherheitsmaßnahmen mit einem Großaufgebot der Polizei geplant. Unter anderem wird es dann an beiden Bahnhöfen umfangreiche Sperrungen geben. Der Borussia-Park ist mit 54 022 Zuschauern ausverkauft.

Bis an die Grenzen gehen

Auch Kölns Trainer Markus Gisdol weiß um die Bedeutung des rheinischen Derbys, erwartet von seinen Spielern gegen Mönchengladbach aber keine Besonderheiten. „Die Spieler sollen das zeigen, was sie gegen Freiburg gezeigt haben. Da sind alle bis an ihre Grenzen gegangen – mehr geht nicht“, sagte der FC-Coach.

Nach fünf Siegen aus den letzten sechs Spielen haben sich die Kölner ein wenig stabilisiert, allerdings gab es im Borussia-Park in den vergangenen sechs Spielen nur einen Sieg. Aber, so Mark Uth: „Ein Derby hat wie ein Pokalspiel seine eigenen Gesetze.“

Personell sind die Kölner gut aufgestellt. Lediglich Elvis Rexhbecaj (Kniereizung) steht nicht zur Verfügung. Jan Thielmann musste wegen eines Magen-Darm-Infekts pausieren, sein Einsatz ist fraglich. dpa