Fußball

Fußball In Pandemie-Zeiten stößt die Austragung von zweitrangigen Duellen weiter auf Kritik / Ukraine-Partie in der Schweiz abgesagt

Mourinho lästert über Länderspiele

Berlin.Startrainer José Mourinho lästert sogar schwitzend beim Workout, aus Norwegen kommt ein amtlicher Stoppt-alles-Hilferuf, und in England macht ein Negativrekord Sorgen: Die Kritik an den umstrittenen Länderspielen in der heißen Corona-Phase wird lauter. Dagegen hat der Deutsche Fußball-Bund die Austragung internationaler Duelle mitten in der Pandemie gerechtfertigt. Für den Verband seien die Verträge bindend, „sofern die behördlichen Verfügungslagen dies erlauben“, teilte der DFB am Dienstag mit.

Die meisten europäischen Nationalmannschaften sind derzeit mit drei Spielen innerhalb einer Woche auf Tour – Testpartien oder Duelle in der Nations League. Wegen der logistisch komplizierten Reisen quer durch Europa in unsicherer Pandemie-Lage, international unterschiedlicher und teils verwirrender Vorschriften sowie der Abstellung von Nationalspielern stößt das auf heftige Kritik.

Corona hat am Dienstag auch zur Absage eines Nations-League-Spiels in der deutschen Gruppe A4 geführt: Die für den Abend in Luzern geplante Partie zwischen der Schweiz und der Ukraine fiel aus. Nach positiven Befunden bei Jewgeni Makarenko, Eduard Sobol und Dimitri Risnyk am Montag wurden das ukrainische Team und der Betreuerstab nochmals getestet. Da es erneut vier positive Fälle gegeben habe, ordnete der Kantonsarzt für die gesamte Gäste-Mannschaft Quarantäne an.

Mourinho, Coach von Tottenham Hotspur, ätzte sarkastisch: „Eine großartige Fußball-Woche. Tolle Emotionen bei den Länderspielen, super Freundschaftsspiele und totale Sicherheit.“ Auch viele Spurs-Profis sind mit ihren Nationalmannschaften unterwegs. „Nach einer weiteren Einheit mit nur sechs Spielern ist es an der Zeit, mich um mich selbst zu kümmern“, postete der 57 Jahre alte Portugiese auf Instagram neben einem Foto beim Fitnesstraining. Unterdessen hat der Direktor der norwegischen Gesundheitsbehörde die UEFA aufgefordert, aufgrund der Infektionsgefahr in Europa internationale Fußballspiele und Turniere abzusagen. In einem Interview des norwegischen Rundfunks NRK sagte Björn Guldvog: „Für eine gewisse Zeit ist es nicht so ratsam, sich bei internationalen Großveranstaltungen und Spielen zu treffen.“

DFB rechtfertigt Partien

Hintergrund ist die Absage des Nations-League-Spiels der Norweger in Rumänien am Sonntag. Wegen eines positiven Corona-Befundes war von den norwegischen Gesundheitsbehörden eine zehntägige häusliche Quarantäne für die meisten Nationalspieler verhängt worden.

Der DFB argumentiert dagegen, alle Spieler und Offiziellen würden sich während der gesamten Abstellungsperiode konsequent und diszipliniert an die Maßnahmen des Hygienekonzepts halten. Dies werde auch dadurch dokumentiert, „dass bisher keine Corona-Fälle im Kreis der Nationalmannschaft aufgetreten sind“. 

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