Fußball

Fußball Bayern München wartet gespannt auf Halbfinal-Auslosung / Niko Kovac wird nach Medienberichten neuer Trainer

Nächstes Ziel Kiew – egal wie

München.Ein geschaffter Uli Hoeneß äußerte nach seinem Wunschlos für das Champions-League-Halbfinale nur einen sehnsüchtigen Bayern-Wunsch. „Ich möchte nur ins Endspiel kommen“, sagte der Vereinspräsident mit leiser, ungewohnt bescheiden klingender Stimme. Allerdings gibt es nach der übersprungenen Hürde FC Sevilla drei vom Anspruchsniveau sehr unterschiedliche Optionen: Titelverteidiger Real Madrid, der rasante FC Liverpool mit Jürgen Klopp und Semifinal-Neuling AS Rom.

Aufhalten lassen will sich der deutsche Serienmeister nach dem souverän überwundenen Spanien-Fluch nicht mehr. Mit Trainer-Legende Jupp Heynckes lautet der Plan: Triumph in Kiew! Und danach sollen die Weiche für eine ebenso erfolgreiche Zukunft gestellt werden – mit Niko Kovac auf der Trainerbank. Nach Informationen der „Bild“ und von „Sport Bild“ soll der aktuelle Coach der Frankfurter Eintracht bei den Bayern auf Heynckes folgen.

Am Mittwoch interessierte das noch nicht. „Wir sind im Halbfinale. Da gibt es kein anderes Ziel mehr, als ins Finale einzuziehen und das Ding zu holen. Das haben wir uns jetzt ganz groß auf die Fahne geschrieben“, verkündete Weltmeister Mats Hummels im Hochgefühl des äußerst hart erarbeiteten 0:0 gegen Sevilla, das nach dem 2:1-Hinspielsieg in Spanien ausreichend war. Das Münchner Triple-Fieber steigt. „Klar, wir sind gierig“, sagte Thomas Müller: „Man merkt von Spiel zu Spiel und von Runde zu Runde, dass man näher kommt. Und wir wollen natürlich durchziehen.“

Harte Gangart hat Folgen

Arm in Arm ließen sich die erleichterten Bayern-Profis am Mittwochabend von ihren Fans feiern. Die Nullnummer hatte gereicht, aber die Schrammen an etlichen Körpern wie bei Javi Martínez, der beim mit Rot geahndeten Foul von Joaquin Correa in der Nachspielzeit eine starke Knieprellung erlitt, oder auch Robert Lewandowski belegten den 90-minütigen Fight. Unter dem linken Auge trug der Münchner Torjäger ein riesiges Pflaster.

Der zähe Gesamterfolg gegen den mehrfachen Europa-League-Sieger wurde aufgewertet durch die routinierte Abgeklärtheit, welche die Bayern im Vergleich zum in Rom gestrauchelten Mitfavoriten FC Barcelona sowie dem gegen Juventus Turin wankenden Titelverteidiger Real Madrid gezeigt hatten. „Wenn man mitkriegt, was in Rom passiert ist, was in Madrid passiert ist, fand ich es total richtig, dass man nicht ins offene Messer gelaufen ist“, lobte Hoeneß die eigenen Stars. „Wenn man merkt, es geht nach vorne nicht so viel, muss man eben auf das 0:0 spielen. Das war sehr professionell“, sagte der 66-Jährige.

Die „krassen Ergebnisse“ in den Viertelfinal-Rückspielen seien ein Warnschuss für das eigene Team gewesen, berichtete Hummels – „und wird auch ein sehr wichtiger Warnschuss für das gewesen sein, was noch kommt in Bundesliga, Pokal und Champions League“. Nun gut: Die Meisterschaft ist schon eingetütet. Aber jetzt folgen Schlag auf Schlag das Pokal-Halbfinale am Dienstag bei Bayer Leverkusen sowie das Königsklassen-Halbfinale am 24./25. April und 1./2. Mai.

Klar, Real Madrid mit Weltstar Cristiano Ronaldo und Weltmeister Toni Kroos wäre die schwerste Aufgabe – und die Chance zur Revanche für das Viertelfinal-Aus 2017. Ein Wiedersehen mit Jürgen Klopp – 2013 im Finale mit Borussia Dortmund Heynckes und den Bayern unterlegen – wäre ebenfalls höchst brisant. Da klingt Barça-Schreck AS Rom doch wie das beste Los, das heute (13 Uhr) in der Trommel liegt.

Noch nicht offiziell bestätigt haben die Bayern die Vertragsverlängerungen um jeweils ein Jahr mit Franck Ribéry und Arjen Robben. Allerdings berichtet das Fachmagazin „Kicker“ über die Einigungen. Ähnlich sieht es im Fall Kovac aus: „Dazu gibt es keinen Kommentar von uns, weil uns nichts davon bekannt ist, dass das so ist“, sagte ein Eintracht-Sprecher. Auch von den Münchnern gab es zunächst keine Bestätigung.

Kovac, der mit Bayern-Sportdirektor Hasan Salihamidzic befreundet ist, zählt seit geraumer Zeit zu den Kandidaten auf den Trainerposten in München. Nach Informationen des „Kicker“ besitzt er eine Ausstiegsklausel für den FC Bayern. Die festgeschriebene Ablösesumme soll 2,2 Millionen Euro betragen. dpa