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Fußball Debatte um gerechte Verteilung der TV-Gelder nimmt wieder Fahrt auf / DFB will auf Regionalkonferenzen über ein faires System diskutieren lassen

Neuer Streit um altes Dauerthema

Berlin.Der FC Bayern München führt auch diese Tabelle an. 70,64 Millionen Euro soll der deutsche Rekordmeister in der nächsten Saison aus der nationalen Vermarktung der TV-Gelder erhalten, und es dürfte niemanden überraschen, dass die Bayern mal wieder Spitzenreiter sind. Die am Montag vom „Kicker“ veröffentlichte Verteilerliste könnte stattdessen einer alten Debatte neue Fahrt geben: Kann man das Aushängeschild der Fußball-Bundesliga eigentlich noch aufhalten? Und überhaupt: Ist die Verteilung der TV-Gelder gerecht? Die Bayern zweifeln daran nicht.

„Ich glaube, wir waren immer in der Lage, faire und ernste Lösungen zu finden. Und ich bin überzeugt, dass uns das auch in diesem Jahr gelingt“, sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. Bis zum Ende dieses Jahres will die Deutsche Fußball Liga (DFL) darüber entscheiden, wie die Medienerlöse ab der Saison 2021/22 verteilt werden. Bis dahin sollen die Clubs der 1. und 2. Liga auf drei Regionalkonferenzen darüber diskutieren können.

Die Gespräche dürften hitzig werden. Denn manche Clubs finden: Die Top-Vereine dominieren die Bundesliga, ihr Abstand zum Rest wird immer größer. Und Meister werden sowieso immer die Bayern. Die „Kicker“-Zahlen liefern diesem Meinungsstreit nun eine Grundlage.

Arminia Bielefeld wird die Bayern nicht stoppen. Der Aufsteiger soll in der kommenden Spielzeit 29,8 Millionen Euro an Fernsehgeldern aus der deutschen Vermarktung bekommen. Die Arminia ist dadurch Letzter der Fußball-Bundesliga. Die mehr als 40 Millionen Euro hohe Differenz erklärt aber noch lange nicht, warum die Bayern zuletzt zum achten Mal in Serie die deutsche Meisterschaft gewonnen haben. Denn im Vergleich zu Dauerverfolger Borussia Dortmund (69,73) verdienen die Münchner nur unwesentlich mehr, Bayer Leverkusen (67,47) und RB Leipzig (65,96) sind nicht weit weg. Die nationale Dominanz der Münchner lässt sich eher aus der internationalen Vermarktung der TV-Rechte ableiten. „Die TV-Gelder aus den internationalen Wettbewerben sind Gift für die Wettbewerbsfähigkeit in den nationalen Ligen“, sagte Fortuna Düsseldorfs Vorstandschef Thomas Röttgermann zuletzt. Richtig Geld machen Teams wie die Bayern oder der BVB mit den TV-Geldern aus der Champions League.

Zudem profitieren Spitzenclubs wie Real Madrid, Juventus Turin oder eben der FCB von einem Bonussystem der UEFA, das die internationalen Erfolge in den vergangenen zehn Jahren honoriert. Dieses Bonussystem hat die UEFA erst zur Saison 2018/19 auf Druck der Topclubs eingeführt. Denn Europas Beletage profitiert am stärksten davon.

Die Königsklasse wird längst von wenigen Clubs dominiert. Und genau diese Vereine verdienen das meiste TV-Geld, es ist einer der bedeutendsten Gründe für einen Teufelskreis, der in die nationalen Ligen hineinwirkt. In Deutschland dominiert seit Jahren der FC Bayern, in Spanien bestimmen Real oder der FC Barcelona den Titelkampf, in Frankreich dominiert Paris Saint-Germain, in Italien holte Juventus den neunten Titel in Serie. dpa

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