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Fußball Nationaltorwart absolviert erstes richtiges Training seit seinem Fußbruch und zeigt sich mit Blick auf die Weltmeisterschaft zuversichtlich

Neuers Neustart: „Die Reflexe sind noch da“

Archivartikel

München.Manuel Neuer bläst die Backen auf und hechtet sich nach einem Ball. Erstmals seit mehr als einem halben Jahr hat der Weltklasse-Schlussmann beim FC Bayern München gestern wieder eine leichte torwartspezifische Trainingseinheit absolviert. Nach seinem dritten Mittelfußbruch erreichte der 32-Jährige auf dem Weg zu seinem heiß ersehnten Comeback das nächste Etappenziel und hielt auch wieder die ersten Schüsse auf sein Tor. „Die Reflexe sind noch da“, schrieb der Rekordmeister zufrieden und veröffentlichte die von Fußball-Deutschland sehnlich vermissten Bilder Neuers in Aktion.

Der Kapitän der Nationalelf hatte nach quälend langer Rehabilitation vor zwei Wochen wieder „das erste Mal bei 100 Prozent“ laufen können. Anschließend drehte er auch wieder erste Runden auf dem Trainingsplatz an der Säbener Straße. Erst in Turnschuhen, dann auch wieder in Fußballschuhen.

„Jetzt muss man besonders vorsichtig sein. Es ist wirklich wichtig, dass dem Fuß nichts mehr passiert. Sonst könnte es wirklich um die Karriere gehen“, hatte Neuer im vereinseigenen TV-Sender gesagt, Einblicke in seinen Gemütszustand gegeben und über die Sorgen mit seinem operierten linken Fuß gesprochen. Trotz des jüngsten kleinen Comeback-Schritts lautet die Devise bei Neuer und dem FC Bayern: nur nichts überstürzen. Dass der frühere Schalker aber in der heißen Endphase der Saison nur zu gerne wieder selbst aktiv eingreifen würde, ist sowieso klar.

„Ich wünsche mir, dass ich für den FC Bayern noch Spiele mache in der Saison. Es ist auch realistisch, aber der Zeitpunkt ist nicht zu nennen“, hatte Neuer gesagt. „Es tut einem weh, wenn man über eine lange Zeit zuschauen muss. Ich bin eigentlich Protagonist und stehe lieber auf dem Platz und im Tor.“

Sein Ziel sei es, „nicht ohne ein Spiel gespielt zu haben“, zur Nationalmannschaft zurückzukehren und in die WM-Vorbereitung zu starten, hatte der Weltmeister-Keeper beteuert. Die ersten beiden Länderspiele des WM-Jahres gegen Spanien (1:1) und Brasilien (0:1) verpasste Neuer. Für den Bundestrainer liegt er ohnehin „absolut im Fahrplan“, wie Joachim Löw versicherte.

Peu à peu soll Neuer die Belastung steigern. Ohne Druck. „Jetzt muss man sinnvoll das Trainingspensum erhöhen und nicht von 0 auf 100“, hatte Bayern-Coach Jupp Heynckes gesagt. Einen Comeback-Plan gibt es nicht. „Das haben wir bisher nie gemacht“, erklärte Heynckes. dpa