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Fußball Nach dem knapp verpassten Titel in der Premier League will der FC Liverpool eine überragende Saison mit dem Gewinn der Champions League krönen

Nun soll das größte vorstellbare Trostpflaster her

Liverpool.Nach der verpassten Fußballmeisterschaft in England lenkt Jürgen Klopp beim FC Liverpool den Blick nach Europa und auf die Vorbereitung des Champions-League-Finales am 1. Juni. „Heute fühlt sich das nicht so gut an“, sagte Klopp, nachdem sein Team in der Premier League einen Punkt hinter Meister Manchester City landete, „aber wir haben jetzt viel Zeit, uns auf ein wichtiges Spiel in drei Wochen einzustellen.“ Im Champions-League-Endspiel in Madrid gegen Tottenham Hotspur will der 51-Jährige endlich die erste Trophäe mit den Reds holen.

Auch ohne Titel war Liverpool die Anerkennung nach einer wirklich überragenden Saison sicher. „Keine Tränen und kein Bedauern – die Reaktion in Anfield sagt alles über Jürgen Klopps Reds“, schrieb das „Liverpool Echo“. Noch lange nach dem Abpfiff der letzten Partie gegen die Wolverhampton Wanderers (2:0) hatte das Publikum im Stadion Trainer und Spieler mit tosendem Applaus und Sprechchören gefeiert. „Danke, dass ihr uns habt träumen lassen“, stand auf einem Schild, dass ein junger Fan hochhielt.

„Der beste Zweite der Geschichte“

Der „Telegraph“ schrieb am Montag: „Ein Hoch auf den besten Zweiten in der Geschichte des englischen Fußballs.“ Mit 97 Punkten hat die Klopp-Elf mehr als jeder Premier-League-Meister zuvor außer Man City geholt. Liverpool verlor nur einmal, stellt mit Mohamed Salah und Sadio Mané zwei der drei Torschützenkönige, und Torwart Alisson bekam die wenigsten Gegentore. Und doch: „Die Rekordpunktzahl und die individuellen Auszeichnungen waren schön“, resümierte der „Guardian“, „aber die Gedanken drehten sich darum, was hätte sein können“.

Bei seiner Ehrenrunde in Anfield hatte Volksheld Klopp, der immer wieder betonte, wie er stolz er auf seine Mannschaft sei, noch ein etwas gequältes Lächeln auf den Lippen. Später war er schon wieder guter Dinge. „Es ist eine wirklich besondere Saison“, sagte der frühere BVB-Coach, „eine bessere Saison, als ich sie mit Borussia Dortmund gespielt habe, als wir deutscher Meister wurden. Aber wir können nicht ignorieren, dass ein Team besser war.“

Der neue und alte Meister Manchester City feierte nach dem 4:1-Sieg bei Brighton & Hove Albion erst auf dem Spielfeld, dann im Flugzeug und am späten Abend am eigenen Stadion, wo Pep Guardiola und seine Profis vor begeisterten Fans den Pokal präsentierten. Guardiola sprach vom „schwersten Titel“ seiner Karriere. Am Samstag peilt er mit Man City nach Meisterschaft und Ligapokal das nationale Triple an. Im FA-Cup-Finale gegen den FC Watford ist City klarer Favorit.

Das erneute Scheitern der Citizens in der Königsklasse ist vorerst vergessen. Doch spätestens am 1. Juni, wenn die beiden Ligarivalen Liverpool und Tottenham, die Man City eliminiert hatten, in Madrid um den Henkelpott kämpfen, wird der ehrgeizige Spanier an das verpasste historische Quadrupel erinnert. Für die Zukunft machte Guardiola schon eine Kampfansage. „Die nächste Saison wird noch härter“, sagte er. dpa