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Fußball Lucien Favres Kampf um seinen Job in Dortmund spitzt sich vor dem Trainer-Duell mit Jürgen Klinsmann zu

Nur der Team-Flieger startet durch

Dortmund/Barcelona.Der mehr als ruppige Anflug auf den Dortmunder Flughafen passte zur turbulenten sportlichen Lage. Erst nach einem abgebrochenen Versuch glückte dem Piloten des BVB-Mannschaftsfliegers bei starken Scherenwinden und heftigem Regen im zweiten Anlauf die Landung. Nach kurzem Durchatmen am Kofferband ging es für die Profis auf direktem Weg zum Trainingsgelände, um keine Zeit für die Vorbereitung auf die vor allem für Trainer Lucien Favre knifflige nächste Aufgabe am Samstag (15.30 Uhr/live bei Sky) bei Hertha BSC zu verlieren.

Das 1:3 (0:2) seines Teams gegen den FC Barcelona erhöhte den Druck für den 62 Jahre alten Schweizer beträchtlich. Ohne einen Sieg beim neuen Club des ehemaligen Bundestrainers Jürgen Klinsmann droht Favre das Aus. Dennoch gab er sich zuversichtlich: „Ich bin überzeugt, dass wir es schaffen. Ich habe Vertrauen.“

Dass sowohl Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke als auch Sportdirektor Michael Zorc beim Rückflug aus der katalanischen Metropole fehlten, schürte Gerüchte über die bereits eingesetzte Suche der beiden Führungskräfte nach einem neuen Coach oder nach neuen Spielern. „Sie sind nicht auf Trainersuche, sondern haben unabhängig voneinander verschiedene Termine“, dementierte Mediendirektor Sascha Fligge noch am Flughafen.

Nichts mehr in der eigenen Hand

Der im Vergleich zu den beiden desaströsen Auftritten gegen FC Bayern (0:4) und den SC Paderborn (3:3) leichte Formanstieg stimmte zumindest Trainer und Profis zuversichtlich, die Trendwende in Berlin zu schaffen. „Es war zumindest kein Schritt tiefer in die Krise und es ist nichts passiert, wofür wir uns als Mannschaft schämen müssen“, urteilte Abwehrchef Mats Hummels.

Allerdings könnte das 1:3 in Barcelona der Borussia teuer zu stehen kommen. Schließlich ging der zweite Tabellenplatz an das punktgleiche Team von Inter Mailand und damit die gute Ausgangslage im Kampf um den Einzug in das finanziell lukrative Achtelfinale der Champions League verloren. Selbst bei einem Heimsieg im letzten Gruppenspiel am 10. Dezember über Slavia Prag wäre der BVB auf Schützenhilfe angewiesen. „Deshalb war es ein bitterer Abend für uns“, klagte Lizenzspielerchef Sebastian Kehl.

Es erscheint unwahrscheinlich, dass sich die bereits für die K.o.-Runde qualifizierten Katalanen bei Inter Mailand nochmals mächtig ins Zeug legen. „So wie ich Barça kenne, wechseln sie in solchen Situation gern ein bisschen durch. Aber ich hoffe, dass es auch die zweite Garde schafft, gegen Inter etwas zu holen“, sagte Nationalspieler Julian Brandt.

Viel Zeit, die richtigen Schlüsse aus der Niederlage in Barcelona zu ziehen, bleibt Favre nicht. Schon am Samstag muss der Trainer bei Hertha BSC die richtigen Antworten finden. Angreifer Brandt schwant, dass die ohnehin knifflige Aufgabe durch den Trainerwechsel der Berliner von Ante Covic zu Klinsmann noch unangenehmer werden könnte: „Spiele sind immer schwieriger, wenn bei der anderen Mannschaft ein neuer Trainer im Amt ist. Die Berliner werden sich neu beweisen wollen“, meinte er.