Fußball

Frauenfußball Bundesliga-Start am Freitag

„Ökonomisch verschiedene Sportarten“

Frankfurt.Am Wochenende startet die Fußball-Bundesliga – und auch bei den Frauen dominieren immer mehr die etablierten Namen. Branchenführer sind derzeit in Titelverteidiger VfL Wolfsburg und dem FC Bayern München zwei Clubs, die beim anderen Geschlecht ebenfalls finanziell ganz weit oben stehen. Mehr Professionalisierung geht offenbar nur über den Weg, dass immer mehr Spitzenteams der Frauen international wie national bei den Männer-Erstligisten unterschlüpfen – wie es der 1. FFC Frankfurt 2020/21 bei der Eintracht machen wird.

Dass es der Frauenfußball in naher Zukunft auf die ganz große Bühne schafft, hält André Bühler, Direktor des Deutschen Instituts für Sportmarketing, dennoch für unwahrscheinlich. „Frauen und Männer teilen sich beim Fußball zwar Spielfeld, Regeln und den Ball, aber ökonomisch gesehen sind es zwei völlig verschiedene Sportarten“, sagte der Marketing-Professor.

Immerhin wird in der ARD-Sportschau am Samstag (18 Uhr) nicht nur die 1., 2. und 3. Liga der Männer sehen zu sein, sondern auch eine Zusammenfassung der Partie SC Freiburg gegen FC Bayern.

Frühes WM-Aus als Dämpfer

Geplant ist, dass die Fußballerinnen regelmäßiger Bestandteil der Sendung sind. Eurosport überträgt künftig die Freitagspiele, wie die Auftaktpartie am Freitag (18.30 Uhr) zwischen Frankfurt und Turbine Potsdam. Die knapp 6000 Karten für die Begegnung der Altmeister sind noch nicht alle weg. Zum Vergleich: Das Eröffnungsspiel der Männer zwischen Bayern München und Hertha BSC (Freitag, 20.30 Uhr/ZDF) werden über 75 000 Zuschauer live im Stadion erleben. „Männerfußball hat sich in der deutschen Sportlandschaft zu einer Monokultur entwickelt“, sagte Bühler. „Frauenfußball ist aus ökonomischer Perspektive nur ein Nebenprodukt.“

Alle Anstrengungen, diesem Sport eine größere Bühne zu bieten, brachten bisher nicht den erwünschten Erfolg – trotz der WM-Triumphe der DFB-Auswahl 2003 und 2007 sowie des Olympiasiegs 2016. Nach dem WM-Viertelfinal-Aus im Juni in Frankreich kann die Bundesliga kaum Schwung aus dem Turnier mitnehmen. „Die WM war schon ein Schuss vor den Bug. Wäre die deutsche Mannschaft ins Finale eingezogen, hätte vielleicht Euphorie entstehen können“, sagte Ex-Weltmeisterin Nia Künzer.