Fußball

Fußball Südkoreaner wandelt beim SV Darmstadt 98 auf den Spuren von Bum-Kun Cha

Paik träumt von der Bundesliga

Archivartikel

Darmstadt.Seung-ho Paik hat einen berühmten Vorgänger bei Darmstadt 98: Bum-Kun Cha absolvierte in der Saison 1978/79 ein Spiel für den damaligen Bundesligisten, musste dann jedoch nach Südkorea zurückkehren, um seinen Wehrdienst zu absolvieren. Später spielte Cha für Eintracht Frankfurt und Bayer Leverkusen, wurde zu Asiens Fußballer des Jahrhunderts gekürt. Der 22 Jahre alte Paik hat seinen Wehrdienst zwar auch noch nicht abgeleistet. Doch er ist sich sicher, dass er trotzdem mehr Spiele für die Lilien macht als sein berühmter Vorgänger, wie er lachend versichert.

Sein Debüt gab der zentrale Mittelfeldspieler am vergangenen Sonntag beim 3:3 im Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg. Dabei stand er in der Startelf und zeigte unter den Augen seines angereisten Landsmanns Cha bis zu seiner Auswechslung nach einer Stunde eine gute Leistung. Am Freitag (18.30 Uhr/Sky) soll der zweite Einsatz im Auswärtsspiel gegen den 1. FC Heidenheim folgen. Damit hätte Paik die Legende Cha bereits überholt.

Mehr Auswahl im Mittelfeld

Ob es wieder für einen Startelfeinsatz reicht, war am Mittwoch noch offen. Schließlich steht Victor Pálsson nach seiner Sperre im Mittelfeld wieder zur Verfügung. Trainer Dimitrios Grammozis freut sich, dass er mehr Auswahl hat. Pálsson lebe stark von seinem Einsatz und seiner Zweikampfstärke. „Paik spielt dagegen ein bisschen positionsvariabler und gibt uns mit dem Ball etwas mehr Akzente nach vorn“, sagt der Lilien-Coach. Es sei auf jeden Fall eine Option, dass beide nebeneinander spielen. Dann hätten Yannick Stark und Fabian Schnellhardt das Nachsehen.

Paik wurde in der Jugend des FC Barcelona ausgebildet, schaffte den Sprung zu den Profis jedoch nicht. Zuletzt war er beim FC Girona. Bei der U-20-Weltmeisterschaft 2017 machte er bereits auf sich aufmerksam, seit wenigen Monaten ist er A-Nationalspieler seines Landes. Kurz vor Ende der Transferperiode wechselte er nach Darmstadt.

Viel habe er nicht über Darmstadt gewusst, als ihn die Offiziellen des Vereins erstmals kontaktiert hätten, sagt er. Dann habe er sich informiert und erfahren, dass in Cha und Dong-won Ji (heute FSV Mainz 05) schon zwei Südkoreaner erfolgreich für die Lilien aktiv waren. Das sei vielleicht ein Mitgrund für den Wechsel gewesen. „Aber hauptsächlich habe ich mich selbst entschieden“, sagte er. „Die Lilien haben mir gezeigt, dass sie auf mich bauen. Das hat mich im Herzen überzeugt.“

Er habe auf hohem Niveau spielen wollen. Das wäre in der zweiten spanischen Liga so nicht der Fall gewesen. „In Spanien wird das Spiel nach vorn langsamer aufgebaut. Hier muss man direkter, schneller nach vorne spielen“, sagt er. Seine Ziele mit den Lilien? „Natürlich träumt jeder Spieler von der Bundesliga“, sagt Paik. „Grundsätzlich ist es für mich aber wichtig, in jedem Spiel mein Bestes zu geben.“