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Fußball DFB und Schalke 04 prüfen Rassismus-Vorfälle gegenüber Berlins Jordan Torunarigha

Pokalnacht mit Nachspiel

Archivartikel

Gelsenkirchen.Verletzungen, Platzverweise und der Vorwurf rassistischer Entgleisungen – die lange Pokalnacht auf Schalke wird ein Nachspiel haben. Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bunds (DFB) kündigte Ermittlungen an. Und auch der Revierclub will die Vorfälle in aufgeheizter Atmosphäre untersuchen. Man nehme die Aussagen von Hertha-Profi Jordan Torunarigha „hinsichtlich rassistischer Aussagen und Laute gegen ihn“ sehr ernst, hieß es in einer Stellungnahme des Fußball-Bundesligisten.

Schalke hob seine Null-Toleranz-Politik hervor. „Gemeinsam mit der Polizei, dem Sicherheitsdienst und internen Quellen, wie beispielsweise der kürzlich eröffneten #stehtauf-Anlaufstelle, wird der Fall ausführlich geprüft“, schrieb der Club.

Während die Behörden und der Verein versuchen, die oder den Urheber zu ermitteln, nimmt die Debatte um Rassismus im Fußball neue Fahrt auf. „So was gehört sich nicht“, schimpfte Hertha-Trainer Jürgen Klinsmann, der seinen Spieler durch das Schiedsrichtergespann um Harm Osmers (Hannover) nicht ausreichend geschützt sah. „Da braucht man dann Fingerspitzengefühl, muss den Jungen schützen, ihn beruhigen und ihm nicht später noch die zweite Gelbe Karte geben.“ Der 22-jährige dunkelhäutige Torunarigha hatte in der Verlängerung des Pokal-Krimis, den Schalke nach einem 0:2-Rückstand noch 3:2 gewann, die Gelb-Rote Karte gesehen.

Nach einem Foul von Schalkes Omar Mascarell nahe der Seitenlinie war Torunarigha in Schalke-Coach David Wagner gerutscht und hatte wütend eine Getränkekiste auf den Boden geschmettert. Doch nicht nur der ehemalige deutsche Junioren-Nationalspieler mit nigerianischen Wurzeln musste vom Feld (100. Minute), sondern auch Wagner nach Videobeweis.

Was dieser gar nicht verstand. „Ich habe null Erklärung für die Rote Karte“, sagte Wagner. „Der Schiedsrichter hat mir erklärt, dass ich den Spieler am Nacken gepackt habe. Aber ich wollte ihm nur auf die Beine helfen und ihn beruhigen.“

Schalke-Sportvorstand Jochen Schneider hatte sich wie Wagner bereits nach der Partie bei den Berlinern und Torunarigha entschuldigt und das Fan-Verhalten verurteilt. „Da gibt es null Toleranz“, stellte Schneider klar. „Wir werden alles dafür tun, dass wir diejenigen, die dafür verantwortlich sind, ausfindig machen und mit Konsequenzen belegen. Wir werden die Vorfälle entsprechend zur Anzeige bringen.“ Ein solches Verhalten verstoße nicht nur gegen Stadionordnung, Leitbild und Satzung des Clubs, sondern widerspreche auch „all unseren Werten“, teilte Schalke mit. dpa