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Fußball DFL begleicht Gebührenbescheide / Bremen bekommt einen Scheck, Werder die Quittung

Polizeikosten bleiben Zankapfel

Frankfurt/Bremen.Die Deutsche Fußball Liga (DFL) wird vier Gebührenbescheide des Bundeslandes Bremen fristgerecht begleichen – gibt sich rechtlich aber längst noch nicht geschlagen. Dies teilte die DFL am Dienstag mit Blick auf das Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes zur Gebührenerhebung für zusätzliche Polizeikräfte bei Hochrisikospielen mit. Die Höhe der Gebührenbescheide liegt bei insgesamt 1,17 Millionen Euro und soll nun vorerst zur Hälfte von Werder Bremen beglichen werden.

Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) sprach von einem wichtigen Schritt und riet dem Bremer Bundesligisten zugleich, sich zu wehren und gegen das Abwälzen der Kosten durch die DFL vorzugehen. Werder-Präsident Hubertus Hess-Grunewald erneuerte jedoch zunächst einmal seine Kritik an der Bremer Politik: „Es wird einmal mehr deutlich, dass entgegen der Verlautbarungen der Initiatoren des Gesetzes der SV Werder Bremen großen finanziellen Schaden nimmt und einen nicht unerheblichen Wettbewerbsnachteil erfährt.“

Club hat schon gespart

„Mit ihrer Ankündigung, die Rechnungen zu zahlen und weiterzuleiten folgt die DFL dem Wortlaut des Bremer Gebührengesetzes und leitet die Kosten an die beiden Veranstalter weiter“, erklärte Hess-Grunewald und führte aus: „Der Wettbewerbsnachteil entsteht deshalb, weil nur sehr wenige Bundesländer die Bremer Gebührenregelung für eine gute Idee halten.“ Das Gesetz lasse völlig außer Acht, „dass Erstligaspiele von Werder Bremen unter dem Strich dem Steuerzahler deutlich mehr Geld einbringen als sie kosten.“ Werder hatte schon länger Rücklagen für eine Beteiligung gebildet. Die DFL erhob Widerspruch gegen alle Gebührenbescheide und behielt sich vor, diese einzeln gerichtlich überprüfen zu lassen. „Die Anrufung des Bundesverfassungsgerichts ist nach Abschluss des Rechtsweges möglich“, ließ die DFL wissen.

Verteilungsschlüssel offen

Die DFL teilt die Summe zunächst wie folgt auf: Etwa die Hälfte soll Werder zahlen, die andere Hälfte wird die DFL GmbH an den DFL Deutsche Fußball Liga e.V. weiterreichen. Mitglied dort sind alle 36 Clubs der Bundesliga und 2. Bundesliga. Eine eigene, mit Millionen gefüllte Kasse hat die Dachorganisation aber nicht – die Einnahmen werden an die Vereine ausgeschüttet. Das DFL-Präsidium soll nun entscheiden, wie die 584 000 Euro aufgeteilt werden.

Um die Erstattung zusätzlicher Polizeikosten bei Hochrisikospielen gibt es seit längerem Streit. Auslöser der juristischen Auseinandersetzung war ein Gebührenbescheid des Landes Bremen für einen Polizeieinsatz im Jahr 2015. Im März 2019 entschied das Bundesverwaltungsgericht, dass eine Beteiligung der Vereine bei Hochrisikospielen grundsätzlich rechtens ist.

Mit dem Urteil im Rücken versucht Bremens Innensenator Ressortchefs in anderen Bundesländer für die Idee zu gewinnen. Mäurer will sich mit „interessierten Kollegen“ in Kürze in Mainz treffen, um Modalitäten für einen Fußballsolidarfonds zu besprechen. dpa