Fußball

Ausblick SV Waldhof erwarten in der 3. Liga mehr TV-Präsenz, namhafte neue Gegner und das erste richtige Derby gegen Kaiserslautern seit dem Jahr 2001

Riesige Vorfreude auf Klassiker am Betzenberg

Archivartikel

Mannheim.Prominente Gegner, der Derby-Klassiker gegen Lautern, Präsenz in der ARD-Sportschau und Live-Übertragungen aller Partien bei der Telekom: Der SV Waldhof betritt mit dem Aufstieg in die 3. Liga spannendes Neuland. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zur Rückkehr in den Profi-Fußball.

Was erwartet den SVW in der 3. Liga?

Vor allem ein harter, sehr ausgeglichener Wettbewerb. Aufgrund der Zahl von vier direkten Absteigern gilt in der 3. Liga die „45-Punkte-Faustregel“: So viele Zähler sind notwendig, um den Klassenerhalt sicher zu haben. Die Waldhof-Fans können sich auf reizvolle Duelle mit den befreundeten Braunschweigern (sofern die Eintracht nicht absteigt) und mit anderen großen Traditionsvereinen wie Hansa Rostock oder 1860 München freuen. Über allem schwebt natürlich die Neuauflage des Südwest-Klassikers gegen den 1. FC Kaiserslautern: Zum letzten Mal standen sich der SVW und die erste Mannschaft des FCK im November 2001 im DFB-Pokal gegenüber – Lautern gewann 3:2.

Ist der Waldhof in der 3. Liga eher ein kleiner oder ein großer Fisch?

Schon ein ordentlich großer. Mit seinem Zuschauerschnitt aus der Regionalliga (5800) läge der SVW eine Etage höher auf Platz elf des Rankings – es ist davon auszugehen, dass die Mannheimer mit der Euphorie des Aufstiegs im Rücken und aufgrund einer höheren Auslastung des Gästeblocks durchschnittlich mindestens 8000 Zuschauer pro Spiel im Carl-Benz-Stadion willkommen heißen werden. Auch bei den Einnahmen aus dem Merchandise liegt der SVW längst locker auf Drittliga-Niveau. Die Marke Waldhof hat im übrigen auch unter 16 Jahren in den Niederungen des Amateurfußballs nicht gelitten: Die Mannheimer gelten bundesweit als Kult-Verein.

Wann spielt die 3. Liga und wo ist sie zu sehen?

Ein Drittliga-Spieltag erstreckt sich in der Regel von Freitag bis Montag. Der gebührenpflichtige Streamingdienst der Telekom (MagentaSport) überträgt alle 380 Partien live, außerdem zeigt die ARD-Sportschau am Samstagabend Zusammenfassungen ausgewählter Begegnungen. Dieses Paket macht ein Sponsoring beim SVW deutlich attraktiver als zu Regionalliga-Zeiten. Die Saison startet schon am 19. Juli.

Wie verändern sich die finanziellen Rahmenbedingungen für den SVW?

Der untersten deutschen Profiklasse eilt ein Ruf als Pleiteliga voraus. Das hängt zum einen mit Insolvenzen wie denen des Chemnitzer FC in der vergangenen Saison zusammen, aber auch mit den wirtschaftlichen Schwierigkeiten, mit denen Absteiger aus der 2. Liga regelmäßig kämpfen. Die 3. Liga schüttet Fernsehgelder in Höhe von 1,28 Millionen Euro pro Verein aus – viel weniger, als man in der 2. Liga bekommt. Der SV Waldhof kann allerdings neu mit diesen TV-Einnahmen planen und zudem darauf hoffen, dass weitere Sponsoren vom ansprechenderen Umfeld angelockt werden.

Darf der Waldhof sogar vom Durchmarsch in die 2. Liga träumen?

Er ist zumindest nicht ausgeschlossen. In den elf Jahren seit Bestehen der eingleisigen 3. Liga gelang dieses Kunststück drei Vereinen: RB Leipzig (2013/14), die Würzburger Kickers (2015/2016) und der SSV Jahn Regensburg (2016/2017) nutzten die Spielklasse nur als Durchgangsstation auf ihrem Weg in die 2. Liga. Zunächst einmal dürfte es für die Mannheimer aber darum gehen, sich zu etablieren und nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben.

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