Fußball

Fußball VfB-Trainer Walter hält an Spielphilosophie fest

Riskant und offensiv

Archivartikel

Hamburg.Nach der vernichtenden Niederlage in Hamburg kam das einzige Lob ausgerechnet vom Gegner. Seine Mannschaft habe gegen einen „wirklich sehr starken“ VfB Stuttgart gespielt, sagte HSV-Trainer Dieter Hecking. „Man hat gesehen, dass das die beiden besten Mannschaften der Liga sein können.“ Zwar war der VfB phasenweise gleichwertig und kann von der individuellen Qualität im Kader her vermutlich mit den Hamburgern mithalten. Mit Fehlern und einem Abwehrverhalten wie am Samstag im Zweitliga-Topspiel dürfte es aber schwer werden, den direkten Wiederaufstieg in die Fußball-Bundesliga zu schaffen.

Mit 2:6 (1:3) ist der VfB im Volksparkstadion unter die Räder gekommen und auf den dritten Platz hinter Arminia Bielefeld abgerutscht – mit nun vier Punkten Rückstand auf den HSV. Das Debakel allein wäre nicht unbedingt ein Grund zur Sorge. Doch es war neben der ersten Auswärtsniederlage der Saison eben auch die dritte Pleite in Serie. Zuerst kam das 1:2 gegen Schlusslicht Wehen Wiesbaden, dann folgte das 0:1 gegen Kiel – und nun Hamburg.

An seiner riskanten und sehr offensiven Spielphilosophie will Trainer Tim Walter dennoch nichts ändern. „Wir wollen den Gegner dominieren. Dass da Fehler passieren, ist normal“, sagte er. „Dass es jetzt passiert, ist bitter. Aber wir lassen uns davon nicht beeindrucken, sondern wir machen weiter.“

Grundsätzliche Kritik an Walters Spielidee äußert niemand. Auch Sportdirektor Sven Mislintat will nicht schon nach elf Saisonspielen „das Große und Ganze“ in Zweifel ziehen. Andererseits wirkt die Mannschaft noch immer nicht eingespielt – gelingt nicht bald eine Verbesserung, könnte die Stimmung schnell kippen.