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Fußball Bayern-Ikone auf Abschiedstour bei Rückkehr auf den Rasen von den Fans gefeiert

Robbens emotionaler Moment

Archivartikel

München.Arjen Robben mochte sich die Glücksgefühle nach dem so lang ersehnten Kurz-Comeback auch nicht von Franz Beckenbauers kaiserlicher Kritik am „erfolgsverwöhnten“ Bayern-Ensemble verderben lassen. „Ich habe im Moment nicht so viel Bock, darauf zu reagieren“, sagte der 35 Jahre alte Niederländer abwinkend. Jeder dürfe seine Meinung haben. „Ich bin jetzt überglücklich über das, was ich heute erlebt habe. Ich bin sehr glücklich, dass wir gewonnen haben, das ist das Wichtigste“, sagte Robben nach dem 3:1 (2:0) gegen Hannover 96.

Ehrenpräsident Beckenbauer, den mit inzwischen 73 Jahren nur noch „am Rande interessiert“, was bei seinem Verein passiere, rügte anlässlich der Ehrung der ersten Münchner Double-Gewinner von vor 50 Jahren am Samstag die Double-Anwärter von 2019 mit der ihm eigenen Wortwahl: „Wenn ich die Spiele in der Champions League und der Europa League sehe, wie da gefightet wird, da meine ich bei Bayern manchmal, die Uwe-Seeler-Traditionsmannschaft zu sehen.“

„Man hat schon bessere Spielzeiten gehabt“, räumte Kapitän Thomas Müller ein, verwies aber zugleich auf die Aufholjagd im aktuellen Bundesliga-Titelrennen: Wenn man sich von einst neun Punkten Rückstand an die Tabellenspitze zurück arbeite, „hat man auch etwas richtig gemacht“.

Zumal drei Stunden nach dem ungefährdeten Heimerfolg gegen die vor dem Abstieg stehenden Hannoveraner Borussia Dortmund den Bayern mit dem 2:2 in Bremen den roten Teppich zum siebten Meistertitel am Stück ausrollte. Am Samstag kann der nun mit vier Punkten Vorsprung führende Rekordchampion in Leipzig Meisterschaft Nummer 29 vorzeitig perfekt machen. Selbst eine Niederlage wäre zu verkraften. „Wir haben einen guten Schritt Richtung Meistertitel gemacht, aber es ist noch nicht vorbei“, sagte Trainer Niko Kovac.

Eine sehr wechselvolle Münchner Saison könnte sich also noch in ein Happy-End fügen, speziell für den kritisch beäugten Kovac. Aber auch für zwei große, alte Fan-Lieblinge: Arjen Robben (35) und Franck Ribéry (36). Als das Duo am Samstag spät eingewechselt wurde, bebte die Arena. Ribéry beseitigte mit seinem wichtigen Tor zum 3:1 die letzten Zweifel am Sieg. Der Abgang des Franzosen am Saisonende wurde gestern offiziell gemacht. Seine weitere sportliche Zukunft ist offen.

Gleiches gilt für Robben. Für ihn erhob sich das Publikum bereits, als er gegen Hannover nur das Spielfeld betrat. „Das war sehr emotional. Ich bin sehr dankbar, dass die Fans mich so empfangen haben. Dafür habe ich gekämpft in den letzten fünf Monaten“, schilderte Robben.