Fußball

Fußball 2:1-Sieg gegen Düsseldorf zeigt, dass die Spieler dem Gladbacher Trainer folgen

Rose trifft den richtigen Ton

Archivartikel

Mönchengladbach.Diesen Sieg genoss Marco Rose sichtlich. Borussia Mönchengladbachs 2:1 (0:1) im kleinen Rhein-Derby gegen Fortuna Düsseldorf war in erster Linie ein Erfolg für den Trainer – Doppeltorschütze Marcus Thuram (74. Minute/87.) zum Trotz. „Sehr gute Arbeit vom Trainer“, lobte Sportdirektor Max Eberl demonstrativ.

Drei Tage nach der Europa-League-Schmach gegen den österreichischen Provinzclub Wolfsberger AC (0:4) fiel Rose gelöst lachend jedem Borussen um den Hals, der sich in der Nähe befand. „Man hat es, glaube ich, an der Reaktion aller gesehen, dass das ein sehr wichtiger Sieg war“, sagte Rose nach dem ersten Gladbacher Heimsieg seit Ende Januar. Es war sein bislang wichtigster. Weil er eine Reaktion auf Donnerstag war. Weil er zeigte, dass seine Spieler ihm folgen. Weil er den richtigen Ton vor dem Derby fand.

Die höchste Gladbacher Europapokal-Schlappe daheim überhaupt hatte auch am Jürgen-Klopp-Schüler genagt, war sie doch der erste Rückschlag unter dem neuen Coach, den im Sommer die halbe Bundesliga verpflichten wollte. „Es gibt Abende, die laufen so“, hatte Rose nach der Europa-League-Klatsche lapidar gesagt. So einfach steckte der 43-jährige das aber nicht weg.

Sachliche Analyse des Debakels

Noch in der Nacht analysierte Rose das Spiel gegen den WAC. Fehlende Einstellung wie so viele Beobachter erkannte Rose aber nicht. Dennoch wurde es anschließend im Austausch mit den Spielern auch mal deutlich, wie Torhüter Yann Sommer offenbarte: „Natürlich darf es da dann auch mal laut werden.“ Ansonsten sei Rose aber sehr analytisch geblieben.

Viel hätte nicht gefehlt, und es wäre ungemütlich geworden – hätte Borussia auch die erste Heimschlappe gegen die in Gladbach gern belächelte Fortuna seit 35 Jahren kassiert. Dass sie das trotz eines frühen 0:1-Rückstandes nicht tat, lag vor allem an Rose, dem nach der Pleite gegen Wolfsberg noch mangelnde Rotation vorgeworfen worden war.

Zunächst hatte Rose anders als sein Vorgänger vor dem Spiel gegen Düsseldorf offenbar die richtige Ansprache gefunden. „Dieses Spiel ist kein Derby“, hatte Rose-Vorgänger Dieter Hecking im März vor dem bislang letzten S-Bahn-Duell ganz im Sinne der Anhänger geurteilt. Genau so war sein Team dann bei der bis in die Haarspitzen motivierten Fortuna aufgelaufen – nach 16 Minuten stand es bereits 0:3. Drei Tage nach dem 1:3 hatte Hecking seinen Fehler eingesehen, von Sportdirektor Max Eberl da aber schon mitgeteilt bekommen, dass für ihn am Saisonende Schluss sei als Borussen-Coach.

Rose umschiffte das schwierige Thema geschickt. „Ich bin da ganz bei unseren Fans“, sagte Rose zunächst und meinte damit, das Duell mit dem FC Köln sei das einzig wahre Derby. Aber in der Ansprache an die Mannschaft fand er wohl doch andere Worte. „Das Spiel gegen Wolfsberg wird unseren Ansprüchen nicht gerecht. Allein deshalb sollten wir da schon ein Derby draus machen“, hatte Rose gefordert und damit den Nerv seiner Spieler getroffen.

Für die Düsseldorfer ist das Nachbarschaftsduell sehr wohl ein Derby, und genauso gehen sie es auch stets an. Wer am Sonntagabend die Gesichter der Gladbacher sah, wird erkannt haben: Duelle gegen Düsseldorf sind zumindest für die Spieler mehr als nur ein kleines Derby.