Fußball

Fernsehen Privatsender erwirbt Fußball-Rechtepaket ab der Saison 2021/22 / Sky sichert sich die Vormachtstellung / Am Montag informiert DFL über Auktion

RTL lässt Formel 1 sausen und setzt auf Bundesliga

Archivartikel

München/Köln.Die Neuvergabe der Fernsehrechte in der Bundesliga sorgt für drastische Veränderungen weit über den Fußball hinaus. So hat sich der Bezahlsender Sky nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur zwar für die Spielzeiten der Saisons 2021/22 bis 2024/25 Live-Pakete gesichert. Aber auch RTL setzt künftig verstärkt auf die Kicker. Bislang zeigt der Sender Spiele der Nationalmannschaft und hat sich zuletzt Rechte für alle 282 Spiele der Europa League und der neu geschaffenen Europa-Conference-League gesichert.

Dieses Engagement hat zur Folge, dass der Privatsender aus Köln sich nach 30 Jahren aus der Übertragung der Formel 1 verabschiedet. „Ausstieg nach drei Jahrzehnten! Am Ende der F1-Saison fahren wir in die Box und stellen den Motor ab. Eine einzigartige Ära im Free-TV geht dann zu Ende. Ab 2021 liegt unser Fokus ganz auf dem Fußball“, erklärte der Sender in den sozialen Netzwerken. RTL vermutet selbst, dass die Rennen vom kommenden Jahr an in Deutschland nur gegen Bezahlung zu sehen sein werden. „Sowohl etablierte als auch neue, nationale und internationale Player überbieten sich gegenseitig im Bestreben, Premium-Sportrechte exklusiv ins Pay-TV zu führen“, heißt es bei den Kölnern. Auch dabei gilt Sky, das zum US-Konzern Comcast gehört, als aussichtsreichster Kandidat. „Wenn Konkurrenten im Spiel sind, die bereit sind, das Doppelte zu bieten, muss man sich mit einem Ausstiegsszenario zwangsläufig auseinandersetzen“, äußerte sich RTL-Sportchef Manfred Loppe am Sonntag.

Details und Hintergründe zur rund zweiwöchigen, streng geheim geführten TV-Rechte-Auktion will die Deutsche Fußball Liga an diesem Montag veröffentlichen. Nach dpa-Informationen erhält auch der auf Sport spezialisierte Streamingdienst DAZN eines der insgesamt sieben möglichen Pakete.

Amazon außen vor

Nach Informationen der „Bild am Sonntag“ hat sich DAZN die Rechte an dem sogenannten Paket D gesichert mit insgesamt 106 Freitags- und Sonntagsspielen. Demnach würde Sky 200 Partien exklusiv zeigen. Keinen Zuschlag gab es anscheinend für Amazon. Im Vorfeld der Auktion hatte die Streamingplattform des Platzhirsches im Onlinehandel als Favorit gegolten, den angestammten Anbietern weiterhin ihre Marktanteile streitig zu machen. Denn bereits im Dezember vergangenen Jahres hatte sich Amazon Prime Rechte an der Champions League gesichert und damit Sky ausgestochen. Von 2021/22 bis 2023/24 ist das Topspiel des Dienstagabends bei den US-Amerikanern zu sehen. Da hätte die Bundesliga bestens ins Portfolio gepasst. Zumal die Versandplattform als einer der größten Profiteure der Corona-Krise gilt – die Kassen sind prall gefüllt.

Die bisher letzte Auktion erbrachte 4,64 Milliarden Euro für vier Spielzeiten. Eine erneute Steigerung von mehr als 80 Prozent, so wie vor vier Jahren, hatte DFL-Boss Christian Seifert im Vorfeld als „sehr unwahrscheinlich“ bezeichnet. Schließlich erlitten die Sender wegen der Spielunterbrechung während der Corona-Pandemie herbe Rückschläge. Dementsprechend dürften sie sich für drohende Ausfälle abgesichert haben.

Auf der anderen Seite stand vor allem Sky enorm unter Zugzwang, unter anderem wegen des Rückschlags mit den Champions-League-Rechten. „Sky ist die Nummer 1 für alle Sportfans – heute und in Zukunft. Grundlage hierfür sind exklusive Sportrechte. Wie in der Vergangenheit auch gehen wir optimal vorbereitet in die kommende Ausschreibung“, heißt es dazu vom Sender.

Ursprünglich sollte die Auktion bereits im April beginnen und Anfang Mai abgeschlossen sein. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde der Zeitplan aber gestoppt. Die DFL hatte nach eigener Aussage in Absprache mit den Interessenten die Auktion nicht noch weiter nach hinten verschoben. jako/dpa

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