Fußball

Fußball 1. FC Köln vor wichtigen Personalentscheidungen

Rückkehr mit Ballast

Fürth.Noch im Frankenland kosteten die schwer erleichterten Kölner ihre heiß ersehnte Rückkehr in die Fußball-Bundesliga aus. 373 Tage nach dem Abstieg aus der Eliteklasse stürzte sich der „Effzeh“ am Montagabend in seine vorzeitige Comeback-Party. Die geplante Heimfahrt im Anschluss an das 4:0 bei Greuther Fürth stoppten die Aufsteiger schon in Nürnberg, um dort die Nacht zum Tag zu machen. Erst um 11 Uhr am Dienstagmorgen fuhren sie weiter. „Das tut in der Seele gut, endlich wieder Erstliga-Fußball in Köln zu sehen“, verkündete Torwart Timo Horn, der im Mannschaftsbus den DJ spielte. Kader, Trainer, Präsident – der 1. FC Köln muss nach seinem sechsten Aufstieg aber noch elementare Baustellen schließen. „Die Planungen sind in vollem Gange, das ist ganz klar“, versicherte Horn.

Die Rückkehr hat Kraft gekostet – vor allem aber Nerven. „Ich bin mental sehr, sehr erschöpft“, räumte Offensivspieler Dominick Drexler ein. Sportlich lief vieles auch glatt, doch im Umfeld gab es immer wieder heftige Turbulenzen. Anfang März trat Präsident Werner Spinner nach einem Machtkampf mit Sportchef Armin Veh zurück, Ende April wurde Coach Markus Anfang trotz der Tabellenführung entlassen.

Interimstrainer André Pawlak kam in den Genuss, gleich bei seiner Premiere den Aufstieg bejubeln zu dürfen. „Das ist schon eine überragende Sache“, befand der bisherige U-21-Coach, der auch Anfangs Anteil nicht vergaß. „Großes Kompliment an alle, die da mitgewirkt haben, auch an meinen Vorgänger und sein Trainerteam“, lobte Pawlak den Ende April beurlaubten Coach.

Erstliga-Etat von 50 Millionen Euro

Hat der 48-Jährige vielleicht sogar selbst Chancen, die Kölner eine Klasse höher zu betreuen? Was nach den letzten beiden Partien der Saison komme, sei derzeit „gar kein Thema“, beteuerte Pawlak. Gehandelt werden auch Dieter Hecking, Bruno Labbadia oder Achim Beierlorzer. Mit einem Etat von rund 50 Millionen Euro hoffen die Kölner in der Bundesliga auf eine sorgenfreie Saison. Als Neuzugang steht bisher nur Kingsley Schindler vom Zweitligisten Holstein Kiel fest. Gesucht werden noch Neuzugänge, die vor allem in der defensiven Zentrale Geschwindigkeit ins Spiel bringen, aber auch Akteure für die Außenbahnen.