Fußball

Fußball Im Pokal bei Saarbrücken – und gegen den Schwager

SC-Trainer Eichner vor doppelt schwerer Aufgabe

Karlsruhe.Seine wichtigste Aufgabe definierte der neue KSC-Trainer Christian Eichner (Bild) schon kurz nach seiner Ernennung zum Nachfolger des beurlaubten Alois Schwartz. „Der Kopf der Jungs und das Herz: Wenn Du das zusammenbringst, dann ist das oft mehr wert als jeder Matchplan“, glaubt der Ex-Profi. Diese Aufgabe muss der 37-Jährige in Rekordzeit bewältigen. Erst am Montag leitete er seine erste Einheit bei den Karlsruhern – und schon an diesem Mittwoch (20.45 Uhr) tritt er mit dem kriselnden Fußball-Zweitligisten im Pokal-Achtelfinale beim 1. FC Saarbrücken an. Ein Sieg beim Viertliga-Club ist aus Sicht der KSC-Bosse Pflicht.

Die Aussicht auf die Einnahme von dringend benötigten rund 1,3 Millionen Euro nimmt allerdings auch nicht gerade Druck von den Schultern der Mannschaft und ihres neuen Trainers. Auch in der Liga stehen für den Tabellenvorletzten danach mit dem Hamburger SV und dem VfL Osnabrück schwere Aufgaben an. Und als wäre das allein noch nicht genug, ist ausgerechnet Eichners Schwager Marcus Mann Sportdirektor bei den Saarländern. Und das Training dort leitet Karlsruhes früherer Nachwuchs- und Interimscoach Lukas Kwasniok.

Sein erklärtermaßen fußballverrücktes Gegenüber beim 1. FCS kennt Eichner so gut wie dieser den KSC. „Die Mannschaften von Lukas Kwasniok tragen immer seine Handschrift. Er kann beides, vorne attackieren und hinten tief stehen. Er bedient viele Elemente“, weiß Eichner. Einen kleinen Vorteil sieht er aber dennoch auf seiner Seite. „Das Schöne ist, dass der Luki nicht genau weiß, was der Eichner und der Bajramovic am Mittwoch genau vorhaben“, schmunzelt er.

Eichner wird beim KSC nämlich von U-19-Coach Zlatan Bajramovic unterstützt. Beide sollen der Mannschaft wieder das geben, was ihr am Nikolaustag nach dem Beinahe-Sieg in Bielefeld (2:2) auf rätselhafte Weise verloren gegangen ist. „Vertrauen in die eigene Leistung. Denn wir haben es hier ja mit Zweitligaspielern zu tun, die das Fußballspielen nicht verlernt haben“, sagte Eichner.

Rund 1,45 Tore pro Spiel weist die Statistik für die Badener aus, das ist Ligadurchschnitt. Das Zahlenwerk liefert aber auch Hinweise auf Schwachstellen: Der KSC spielt signifikant weniger Pässe als der Durchschnitt seiner Konkurrenten und noch einmal deutlich weniger davon finden am Ende ihr Ziel. Immer wieder erwies sich die Defensive, im Aufstiegsjahr 2019 das Prunkstück, als Problemzone. Und die meist mit Philipp Hofmann als Ein-Mann-Sturm agierende Offensive wirkte oft uninspiriert.

Unter Eichner soll sich das ändern. Der 37-Jährige, der gerade seine Trainerlizenz erwirbt, sei „sprachlich gewandt, eloquent und fachlich ist er top“, findet KSC-Sportchef Oliver Kreuzer. Dass seine Art wirkt, kann er direkt unter Beweis stellen. dpa