Fußball

Fußball Heidenheims Trainer sieht eine „Lebenschance“

Schmidt will die Krönung

Heidenheim.Frank Schmidt ist voll fokussiert. Und fest entschlossen, die historische Chance des 1. FC Heidenheim auf den erstmaligen Aufstieg in die Fußball-Bundesliga zu nutzen. „Für die meisten ist es eine Lebenschance. Manche Dinge passieren im Leben häufig, manche bekommt man nie oder ganz selten. Wir haben jetzt die Situation, etwas ganz Außergewöhnliches machen zu dürfen“, sagt der Trainer des Zweitligisten mit Blick auf das Relegationshinspiel bei Werder Bremen am Donnerstag (20.30 Uhr/DAZN und Amazon Prime).

Der FCH gilt gegen den Bundesliga-Drittletzten als klarer Außenseiter. Sollte er den Aufstieg packen, wäre es eine echte Sensation. Und für Schmidt die vorläufige Krönung einer langen Erfolgsgeschichte.

Dienstältester Coach

Seit 13 Jahren trainiert er die Heidenheimer schon, ist damit der dienstälteste Coach im deutschen Profi-Fußball. Er führte sie von der Oberliga bis in die 2. Liga und dort nun zum dritten Mal in den vergangenen vier Jahren ins obere Drittel. „Es ist schier unglaublich, was wir zusammen erreicht haben. Wenn man bedenkt, dass es theoretisch noch zwei Spiele bis zur Bundesliga sind, wäre es der absolute Wahnsinn“, sagt er.

Der 46-Jährige ist eine der drei prägenden Figuren des Vereins. Neben Geschäftsführer Holger Sanwald, bei dessen Einstieg vor 26 Jahren die Heidenheimer noch in der Landesliga spielten. Und neben Kapitän Marc Schnatterer, der nun auch schon seit zwölf Jahren für sie auf Torejagd geht. „Es ist vorbildlich, was er hier geleistet hat“, sagt Schmidt über Schnatterer – und den möglichen Aufstieg: „Bevor ich es mir wünsche, wünsche ich es ihm. Es wäre die Krönung einer unglaublichen Karriere.“

Dieser Zusammenhalt und diese Kontinuität sind es, die den FCH auszeichnen. In aller Ruhe mauserte sich der Club in den vergangenen Jahren im Schatten des rund 80 Kilometer entfernt beheimateten fünfmaligen deutschen Meisters VfB Stuttgart zu einem Topclub der 2. Liga. „Freiburg hat es vorgemacht. Das ist der Reiz der Provinz“, sagt der Heidenheimer Oberbürgermeister Bernhard Ilg (CDU).

Auf dem Platz stand das Team aus dem 50-000-Einwohner-Städtchen in dieser Saison nicht gerade für Spektakel. 45 Tore hat der FCH geschossen, nur Sandhausen, St. Pauli und Dresden haben weniger. Mit 36 Gegentreffern hat der Club nach Meister Bielefeld aber auch nur die zweitwenigsten kassiert. Da auswärts zuletzt aber recht wenig zusammenlief, gehe es im Hinspiel in Bremen in erster Linie um „ein Ergebnis, das uns im Rückspiel noch an die Sensation glauben lässt“, sagt Schmidt – und wünscht sich mehr Stabilität in der Verteidigung. 

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