Fußball

Fußball Wie schon beim FC Schalke holt der VfB auch gegen Frankfurt trotz guter Leistung nur einen Punkt

Schon wieder die Belohnung vergessen

Archivartikel

Stuttgart.Nicolas Gonzalez war überall. Er war eiskalt am Elfmeterpunkt, von dem er zur Führung traf (17. Minute). Er stand knapp im Abseits nach schönen Vorlagen von Borna Sosa. Er war etwas in Rücklage, weshalb er den Ball nicht ins, sondern über das Tor schoss. Und der Offensivmann spielte einen traumhaften Steilpass, mit dem er das 2:0 durch Gonzalo Castro vorbereitete (37.).

Der Argentinier war am Samstag der mit Abstand auffälligste Mann beim 2:2 (2:0) des VfB Stuttgart gegen Eintracht Frankfurt. Doch auch seine Gala reichte den Schwaben bei ihrem vierten Anlauf nicht zum ersehnten ersten Heimsieg in der noch jungen Saison der Fußball-Bundesliga.

„Er ist marschiert, konnte 90 Minuten durchspielen, hat ordentlich verteidigt und ist ordentlich mit dem Ball umgegangen“, lobte Trainer Pellegrino Matarazzo den Stürmer, der nach längerer Verletzungspause zuletzt dreimal in Serie eingewechselt worden war und nun seinen ersten Startelf-Auftritt in dieser Spielzeit hatte. Der war überzeugend. Und doch nicht makellos.

„Das tut sehr weh“

Mit Blick auf seine Chancen hätte Gonzalez „das 3:0 schießen können beziehungsweise müssen“, sagte Matarazzo. Weil der 22-Jährige das aber nicht tat und der VfB nach dem Anschlusstreffer durch André Silva (61.) kurzzeitig zu passiv wurde, bekam er den Ausgleich durch David Abraham (75.) noch hinterher – und so zwei Punkte weniger als möglich gewesen wären.

„Es ist das zweite Spiel in Folge, bei dem mehr drin war“, sagte Verteidiger Marc Oliver Kempf bei Sky rückblickend auf das vorangegangene 1:1 beim FC Schalke 04. Auch in dem Spiel hatte Gonzalez schon per Strafstoß getroffen. Nach diesen beiden Partien sei es „bitter, wenn du nur zwei statt sechs Punkten hast“, befand Kapitän Castro. „Das tut sehr weh. Nichtsdestotrotz sind wir stolz, wie wir im Moment spielen.“

Aufwand und Ertrag passen nicht

Und das auch nicht zu unrecht. Das Offensivspiel der Stuttgarter ist mutig und erfrischend, ihre bisherige Ausbeute mit zehn Punkten aus sieben Spielen für einen Aufsteiger absolut in Ordnung. Dennoch passen Aufwand und Ertrag nicht ganz zusammen. Einerseits hat der VfB seit sechs Partien nicht mehr verloren, andererseits aber auch nur zwei davon gewonnen. Die Schritte, die er macht, sind klein.

„Wir haben in den bisherigen Spielen gesehen, dass wir in der Lage sind, gegen fast alle Mannschaften zu punkten“, bilanzierte Sportdirektor Sven Mislintat. Und immerhin habe man „mit Frankfurt, Hertha und Leverkusen gegen drei gespielt, die ums internationale Geschäft kämpfen“. Der 48-Jährige weiß aber auch, dass „wir die Herausforderung gegen Bayern, Dortmund und Leipzig noch nicht gehabt haben“. Angesichts dieser schwierigen Aufgaben, die in den nächsten Wochen noch auf den VfB warten, schmerzt eine verspielte Zwei-Tore-Führung wie die gegen Frankfurt vermutlich doppelt.

„Man sieht Entwicklungsschritte. Es macht schon Spaß“, fasste Trainer Matarazzo den Saisonstart seiner jungen Mannschaft zusammen. Einen kleinen Grundstein für den angestrebten Klassenerhalt hat die Elf gelegt. Aber der Weg ist noch weit. Und anders als gegen Schalke oder die Frankfurter Eintracht muss sie ihn künftig auch konsequent zu Ende gehen. 

Zum Thema