Fußball

Blick in die 3. Liga Chemnitzer Sportchef äußert sich nach rassistischen Beleidigungen zu seinem Abschied / 1860 streitet mit seinem Investor / Pokal-Tristesse in Münster

Sobotzik verzweifelt an „blankem Hass“

Mannheim.Auch in der Länderspielpause war bei den Rivalen des Fußball-Drittligisten SV Waldhof einiges los.

Chemnitzer FC

Von den rassistischen Beleidigungen der Chemnitzer Fans hatte Sportchef Thomas Sobotzik vor einer Woche endgültig genug und bat um seine Freistellung. Nun äußerte er sich erstmals zu den Hintergründen und machte deutlich, dass es „keine andere Alternative“ zu seinem Rückzug gegeben hätte. „Was ich zuletzt an persönlichen Anfeindungen, Beschimpfungen und Drohungen erleben und erleiden musste, geht weit über das Maß hinaus, das verkraftbar ist“, betonte Sobotzik und sprach von „blankem Hass“.

Außerdem habe er kein Verständnis dafür gehabt, dass Leuten „aus dem rechten politischen Lager mit ihren rassistischen und antisemitischen Parolen den Verein und seine handelnden Personen in ein schlechtes Licht gerückt haben“. In der Auswärtspartie beim FC Bayern München II war Sobotzik von Teilen der eigenen Fans als „Judensau“ beschimpft worden. Auch beim DFB-Pokalspiel gegen den Hamburger SV sei er angefeindet worden: Am VIP-Ausgang habe ihm ein Mitglied der aktiven Fan-Szene aufgelauert und ihn mit den Worten empfangen: „Auf Dich habe ich die ganze Zeit gewartet. Verpiss Dich, Du Drecks-Jugo.“ Noch bis Sonntag wird Sobotzik seiner Aufgabe als Sportchef und Geschäftsführer nachkommen, dann ist Schluss.

1860 München

Die Liebe von Investor Hasan Ismaik zu sozialen Netzwerken ist bekannt. Kritik am Präsidium und Rücktrittsforderungen verbreitet der Jordanier vorzugsweise auf seiner Facebook-Seite „Ismaik1860“. Der Verein geht nun in die Offensive – oder besser gesagt auf Konfrontationskurs. „Über Social-Media-Kanäle öffentlich Geschäftspartner des TSV 1860 München zu beschimpfen, Entlassungen und Rücktritte zu fordern und Mitarbeiter unseres Clubs abzuwerten, ist nicht länger hinnehmbar“, teilte der TSV 1860 mit: „Wir sind nicht bereit, wiederkehrende Entgleisungen, die zumeist über sein Facebook-Profil Ismaik1860, aber auch in Interviews, verbreitet werden, zu akzeptieren.“ Insbesondere die erneute Kür von Robert Reisinger zum Präsidenten kritisierte der Investor. Er bezeichnete diese Wahl als „weiteren Dämpfer“ für den extrem tief gefallenen Traditionsclub.

Preußen Münster

Immer wieder SV Rödinghausen: Zum dritten Mal in vier Jahren scheiterten die Preußen im Westfalenpokal am Regionalligisten SV Rödinghausen. Zuletzt spielte der SCP 2014 im DFB-Pokal, damals kam der große FC Bayern München mit seinen gerade gekürten Weltmeistern ins Stadion an der Hammer Straße und gewann mit 4:1. Nun müssen die Preußen weiter auf das große Los warten, mit 3:4 unterlagen sie im Elfmeterschießen dem SV Rödinghausen, einem von einem Küchenhersteller massiv finanziell alimentierten Dorfverein. Laut „Liga-3-online“ jubelten und tanzten zwei Dutzend Fans mit mexikanischen Sombreros nach dem Erfolg, während wenige Meter daneben die Anhänger aus Münster enttäuscht ihre Fahnen einrollten.

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