Fußball

Fußball DFL und Vereine zittern Neustart entgegen / Lokale Behörden entscheiden bei positiven Tests über Quarantäne-Regelungen

Sorgenvoller Blick auf Gesundheitsämter

Frankfurt.Der Profifußball zittert dem Wiederanpfiff der 1. und 2. Bundesliga entgegen. Nach den Fällen bei Dynamo Dresden steht das Konzept der Deutschen Fußball Liga (DFL) mehr denn je in Frage. Während die Teams sich in der einwöchigen Quarantäne auf die noch neun ausstehenden Spieltage vorbereiten, rücken die Gesundheitsbehörden in den Mittelpunkt.

Eine Expertin verteidigte am Sonntag bei „Anne Will“ die unterschiedlichen Konsequenzen der Fälle beim 1. FC Köln und Dynamo Dresden. „Mein Plädoyer ist: Vertraut doch den Leuten, die das machen! Die haben die Ausbildung, die können auch entscheiden und die können genauso gut auch differenzieren, in einem Fall ist es so und im anderen so“, sagte die Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, Ute Teichert.

Bei Dynamo Dresden waren zwei Tests positiv verlaufen. Das komplette Team muss für zwei Wochen in Quarantäne, da bereits das Training lief. Damit wurden zwei Spiele schon vor dem Wiederanpfiff abgesetzt. Beim Bundesligisten Köln waren zuvor nur die positiv Getesteten in die Isolation geschickt worden.

„In Köln sind die betroffenen Spieler als Kontaktpersonen ermittelt worden. Ich weiß, dass das Gesundheitsamt sehr intensiv mit dem 1. FC Köln da dran ist.“ Diese Behörde würde sich den Betrieb genauso vor Ort ansehen wie bei Pflegeheimen. Bei Dresden war es bereits die dritte Testreihe, schon bei der ersten hatte es einen Fall gegeben. „Da ist dann klar, dass die Infektion weitergegeben wurde.“

Reagieren künftig noch mehr Ämter auf positive Fälle so wie in Dresden, könnte geregelter Fußball zur Utopie werden. Denn sobald der Ball wieder rollt, wären bei einem positiven Test schnell zwei ganze Mannschaften involviert. Das DFL-Konzept sieht nur eine Quarantäne für infizierte Spieler vor.

Vergangene Woche hatte die DFL Ergebnisse der ersten Tests veröffentlicht. Demnach gab es zehn Fälle bei 1724 Tests, bei der zweiten Reihe waren es zwei, einer davon bei Erzgebirge Aue – dort verliefen die nächsten Tests negativ.

„Wenn Dresden jetzt 14 Tage in die Quarantäne geht, dann ist das für den Moment noch kein Grund, die Fortführung der Zweiten Liga komplett in Frage zu stellen“, sagte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert am Samstag im ZDF. Er kündigte Gespräche mit Zweitligisten an, um die neue Lage zu diskutieren.

KSC-Profi Lorenz kritisiert Konzept

Derweil hat sich nach Kölns Birger Verstraete und Neven Subotic von Union Berlin auch Marc Lorenz vom Karlsruher SC kritisch zur Fortsetzung geäußert. Im Konzept fehlen „die Vorbereitung und das Gespür für die Gesundheit der Spieler. Ich glaube, da wird gar nicht darauf geachtet,“ sagte er den „Badischen Neuesten Nachrichten“ und prophezeite: „Die Spieler werden nach 60 Minuten platt sein. Da helfen auch die beschlossenen fünf Auswechslungen nichts. Dann wird die Übermüdung kommen und dann die schweren Verletzungen.“ 

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