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Fußball Der ehemalige Waldhof-Profi Philipp Förster startet beim VfB Stuttgart durch

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Archivartikel

Stuttgart.Philipp Förster hat einen Umweg genommen. Der VfB Stuttgart hätte es einfacher mit dem Mittelfeldspieler haben können, stattdessen fand man erst auf den letzten Drücker wieder zueinander. Schon vor rund neun Jahren hatte der VfB Förster in der Jugend des Karlsruher SC entdeckt, ihm den Sprung in die Fußball-Bundesliga vier Jahre später aber nicht zugetraut. Also ließ man ihn wieder ziehen, um ihn schließlich am letzten Tag der Transferperiode am 2. September für drei Millionen Euro zurückzuholen. Es war eine Investition, die überraschte.

Denn zum einen war der Kader des Zweitligisten zu diesem Zeitpunkt ohnehin schon üppig besetzt. Zum anderen hatte sich der 24-Jährige in Fußball-Deutschland bisher nicht in den Fokus gekickt. Er spielte in der Regionalliga für den SV Waldhof Mannheim, und kam anschließend beim 1. FC Nürnberg lediglich für die zweite Mannschaft zum Einsatz.

Erst beim beschaulichen SV Sandhausen zeigte Förster dann seine Klasse, die ihn auch für den VfB wieder interessant machte. „Spielintelligenz, Technik, Laufbereitschaft und Physis. Er bringt gute Voraussetzungen mit“, sagt sein Ex-Trainer Kenan Kocak.

Der 38-Jährige hat ihn schon früh entdeckt. Der fleißige Förster war ihm bei Jugendspielen des VfB aufgefallen, weshalb Kocak ihn 2014 als Trainer nach Mannheim lotste. Auch als Sandhausener Coach erinnerte sich Kocak später wieder an Förster, holte ihn 2017 an den Hardtwald und formte aus ihm einen Zweitliga-Profi.

Für die Zukunft traut Kocak seinem ehemaligen Spieler noch einiges zu. „Er hat auch noch Luft nach oben, das weiß er auch selbst“, sagte Kocak. „Aktuell spielt er in der 2. Liga, aber er kann auch noch eine Liga höher spielen.“

Direkt in die Startelf

Anlaufschwierigkeiten hatte Förster beim VfB jedenfalls nicht. Trotz des anspruchsvollen Systems von VfB-Trainer Tim Walter fand Förster direkt einen Startelf-Platz in der Mittelfeldraute der Schwaben. Beim jüngsten 2:0-Sieg gegen die SpVgg Greuther Fürth gelang ihm trotz insgesamt schwacher Leistung im zweiten Einsatz für den VfB sogar sein erster Treffer. Dass er vergleichsweise problemlos mit Walters Fußball-Philosophie zurechtkommt, hat auch mit seiner Vergangenheit beim KSC zu tun.

In der Jugend des badischen Rivalen hatte Förster bereits unter dem Trainer Walter gespielt. „Seine Spielweise imponiert mir sehr. Ich glaube, das kommt mir entgegen“, sagte Förster. Walter freute sich, dass er dank Förster einen „körperlich robusten“ Spieler für sein breit besetztes Mittelfeld dazugewonnen hat. Und einen mit „einem guten Zug zum Tor“. Das hat Förster gegen Fürth bereits bewiesen. dpa

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