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Fußball Neue konsequente Linie stößt auf Zustimmung

Strafe gegen Meckerer zeigt Wirkung

Archivartikel

Berlin.Mund halten! Dann passiert auch nichts. Ansonsten droht die nächste Gelbe Karte und womöglich noch mehr. „Es ist nicht förderlich, wenn zu viel palavert wird“, sagt Julian Nagelsmann. Der Trainer von RB Leipzig begrüßt die neue Linie der deutschen Elite-Schiedsrichter gegen Meckerer, Lamentierer und Wüteriche. „Man soll ein Foul akzeptieren und weiter geht’s“, fordert der 32-Jährige.

So soll es auch in Deutschland sein, von der Bundesliga bis in die Kreisklassen. Thema Vorbildfunktion. Die zunehmende Gewalt auf Fußballplätzen im Amateurbereich hatte nicht nur zu Streiks der Schiedsrichter geführt, sondern eine Debatte angestoßen. Die Kritik von Landesverbands-Funktionären: Die Bundesliga sei ein schlechtes Vorbild. Man sehe ja öfter, wie Trainer und sogar Nationalspieler die Schiedsrichter anschreien würden.

Im sonnigen Lagos an der portugiesischen Algarve reiften im Wintercamp der Referees ihre Pläne für eine konsequentere Bestrafung derartiger Unsportlichkeiten. Dabei soll es nicht darum gehen, den Fußball seiner Emotionen zu berauben. Es geht um den Umgang miteinander. „Das heftige, gestenreiche Reklamieren, das unter Drucksetzen des Schiedsrichters und Rudelbildungen, bis hin zu gewaltsamen Handlungen“, wie Lutz Michael Fröhlich als Sportlicher Leiter der Elite-Schiedsrichter betont hatte: „Das färbt von den Top-Ligen auf den Fußball der breiten Basis ab.“

Gutes Beispiel gefordert

Die Profis sollen mit gutem Beispiel vorangehen. Die Unparteiischen sollen dafür sorgen. Die Vorgabe: „Die Elite-Schiedsrichter sollen hier einen klaren Weg gehen, durch konsequentes Vorgehen gegen Unsportlichkeiten und übermäßig aggressives Verhalten.“

Auf den Plätzen bekamen unbeherrschte Profis das Lagos-Paket schon zu spüren und wurden von den Schiedsrichtern mit Gelben Karten bestraft. „Das sind Emotionen, die einfach hochkommen. Vor ausverkauftem Haus passieren die Sachen dann“, meinte Jürgen Klinsmann, Trainer des auch betroffenen Berliner Vereins Hertha BSC. „Die Spieler wissen das schon, du musst mal in Italien spielen, dann hast du nach zwei Sekunden Gelb, wenn du meckerst.“ Es sei wie in der Kindererziehung, glaubt Kollege Achim Beierlorzer vom FSV Mainz 05, die Spieler würden schnell lernen. Wie schnell, wird sich zeigen.

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