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Fußball Münchner Leistungsträger spielt in bestechender Form und könnte auch für die DFB-Auswahl wieder interessant werden

Thomas Müller „im zweiten Frühling“

Archivartikel

München.Die Spekulationen über neue Spiele von Thomas Müller im DFB-Trikot gehen weiter. Nach der „schönen Spielerei“, wie es der Ex-Weltmeister selbst formulierte, über einen Platz im deutschen Olympia-Team sieht Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge beim wiedererstarkten Leistungsträger Chancen auf eine EM-Teilnahme. „Ich sage immer: Wenn einer top spielt – und ich hoffe, dass Thomas weiter top auf diesem Niveau spielt –, dann wird da möglicherweise ein Umdenken auch noch stattfinden“, sagte der Vorstandschef des FC Bayern.

Bundestrainer Joachim Löw hatte im vergangenen Jahr im Zuge des Umbruchs die Karrieren von Müller, Mats Hummels und Jérôme Boateng in der Fußball-Nationalmannschaft beendet. Der 100-malige Auswahlspieler Müller hatte kürzlich bei einer Aufzählung von reizvollen Wettbewerben neben Meisterschaft, DFB-Pokal und Champions League auch die EM aufgezählt. Wegen der möglichen Olympia-Teilnahme hielt er sich bedeckt. „Ich habe noch keine Gespräche mit Stefan Kuntz geführt“, sagte der Bayern-Star.

Gespräche über die Zukunft verdienter Münchner Profis kündigte Rummenigge an. „Wir haben einige Spieler, die noch 1,5 Jahre Vertrag haben. Da werden wir jetzt als erstes Gespräche führen“, sagte er. „Diese Spieler haben große Verdienste um den FC Bayern – egal, ob das David Alaba ist, Thiago, Jérôme Boateng, Javi Martínez, Thomas Müller oder Manuel Neuer. Natürlich werden wir die Gespräche mit diesen Spielern mit großer Sensibilität führen, bevor wir Entscheidungen treffen.“

Kapitän Neuer soll in jedem Fall bleiben, sein Stellvertreter Müller ist unter Kovac-Nachfolger Hansi Flick auch wieder richtig wichtig. Beim 5:0 gegen den FC Schalke traf er zum 100. Mal in der Arena. In dieser Liga-Saison stehen sieben Tore und 13 Vorlagen in der Statistik.

Bayerischer Esprit wichtig

„Thomas kommt jetzt so langsam wieder in den zweiten Frühling zurück. Das ist wichtig für uns, wir brauchen seine Tore, wir brauchen seine Vorlagen“, sagte Rummenigge. „Wir brauchen auch seinen bayerischen Esprit. Er ist für uns ohne Frage ein wichtiger Spieler.“

Das hob auch Präsident Herbert Hainer hervor. „Einen Thomas Müller kann man überall gebrauchen“, sagte der 65-Jährige. Hainer, der auch Chef des Aufsichtsrates ist, wird mit diesem Kontrollgremium hohe Investitionen für den Sommer genehmigen. Nationalspieler wie Leroy Sané (Manchester City) oder Kai Havertz (Leverkusen) werden als Kandidaten gehandelt, in diesem Fall dürfte wohl die 100-Millionen-Grenze beim FC Bayern fallen.

„Es liegt nicht im Interesse des FC Bayern, einen neuen Rekord aufzustellen. Aber es gibt nun mal keinen Transfermarkt nur für den FC Bayern, sondern einen Transfermarkt für den gesamten Fußball“, sagte Rummenigge. Er appellierte an die UEFA, „die Schrauben beim Financial Fairplay anzuziehen“.

„Die UEFA hat den Schlüssel in der Hand und müsste Financial Fairplay seriöser, stringenter und transparenter umsetzen. Wenn jemand eine Straftat begangen hat, weiß er nach unserem Gesetzbuch, welche Strafe ihn erwartet. Wenn ich gegen das Financial Fairplay verstoße, weiß ich nicht, was mich erwartet. Wir brauchen da klare und transparente Regeln“, sagte er. dpa