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Tipps zum Ausgang der Zweiten Liga 2018/2019: Wer steigt auf? Wer steigt ab?

Archivartikel

Tobias Törkott, Volontär dieser Zeitung, tippt den Ausgang der morgen startenden 2. Bundesliga.

1. 1. FC Köln

Groß war die Europapokal-Euphorie vor mehr als einem Jahr in der Domstadt. Noch größer war die Ernüchterung zwölf Monate später. Der FC hat sich mit Markus Anfang einen echten Kölner und Topmann als Coach geangelt. Der Kader ist der stärkste der Liga. Die Geißböcke grasen nur kurz in der 2. Liga.

2. Hamburger SV

„Endlich steigen die ab“, werden viele Fans landesweit gedacht haben, als der ruhmreiche HSV am 12. Mai seine 55-jährige Bundesligazeit beendete. „Leider nur für ein Jahr“, heißt es wohl im Mai 2019. Aaron Hunt, Lewis Holtby, Jann-Fiete Arp – wer damit nicht aufsteigt, hat es nicht verdient. Für die Rothosen bleibt zu hoffen, dass sich Investor Klaus-Michael Kühne weniger „einbringt“.

3. VfL Bochum

Jahr für Jahr kauft der VfL Spieler mit großen (Zweitliga)-Namen. Genützt hat es bisher nichts. Trainer Robin Dutt passt bestens in dieses Konzept. 2018/2019 klappt’s besser im Herzen des Ruhrgebiets und es reicht zumindest für die Relegation.

4. FC Ingolstadt

Die Unterstützung des nahen Autobauers ist der Trumpf des oberbayrischen Clubs. FCI-Ikone Stefan Leitl, nicht für Zurückhaltung bekannt („Ich bin Cheftrainer geworden, weil ich es kann“), stapelt tief. Dennoch: Ingolstadt kann gefährlich werden.

5. Union Berlin

Mit Felix haben die Eisernen den witzigeren Kroos-Bruder im Kader. Nicht nur dessen Charme auf Twitter sorgt für gute Laune. Ohne Verletzungen könnte Union, entgegen vieler Experten, überraschen. Hilfreich wäre noch ein Stürmer. Sebastian Polter und Sebastian Andersson sind stark, aber gerne angeschlagen.

6. SV Sandhausen

Rurik Gislason wurde bei der WM zur Erotik-Ikone der sozialen Netzwerke gekürt – Heiratsanträge südamerikanischer Damen inklusive. Wie viele Herzen der Isländer im Hardtwald gebrochen hat, ist nicht überliefert. Dafür aber, dass die Elf von Kenan Kocak mit bauchmuskelfester Defensive ein fester Teil der Liga ist. Lediglich mit der offensiven Attraktivität hapert es – noch.

7. Dynamo Dresden

Erstklassig ist Dresden nur auf den Rängen. Trainer Uwe Neuhaus hatte lange einen fast so sicheren Stand wie die Dynamo-Fanikone „Lehmi“. Sein Fundament wackelt mit jeder Runde im Abstiegskampf. Gut, dass in Elbflorenz ruhige Zeiten anbrechen.

8. FC St. Pauli

Auf der Reeperbahn wird es ruhiger. Trainer Markus Kauczinski verbietet nach der Abstiegspanik der Vorsaison alle Gassenhauer. „Nachts um halb eins“ ist nichts mehr los. Seemannsklamauk beiseite: Ein „langweiliges“ Jahr tut den Kiezkickern nicht weh.

9. 1. FC Magdeburg

Der Westen wird sich umschauen, wenn die reiselustige und lautstarke Masse an Blau-Weißen die Stadien erobert. Heimspiele in Sandhausen, Heidenheim und Ingolstadt sind fix. Euphoriewelle sei Dank wird der FCM für Furore sorgen. Dazu gibt es Ausnahmezustände an den Kassenhäuschen sowie im Gästebereich akute Bratwurstknappheit und Hörschäden bei den Heimfans.

10. Holstein Kiel

Deutschland war Holstein-Fan – während der Relegation gegen Wolfsburg. Nun ist das starke Jahr vorbei. Dennoch: „Die großartige Geschichte“, wie Präsident Steffen Schneekloth den Transfer von WM-Fahrer Jae-Song Lee bezeichnet, beflügelt die Störche-Offensive trotz vieler Abgänge.

11. Arminia Bielefeld

Die Arminia hat sich einen Königstransfer geleistet: Sven Schipplock sucht nun das Tor für die Bielefelder. Deshalb oder trotzdem herrscht kaum Abstiegsangst auf der Alm – zur Not gibt es Fabian Klos. Eine Wiederholung von Platz Nummer vier erwartet sowieso keiner.

12. 1. FC Heidenheim

Elf Jahre Frank Schmidt, zehn Jahre Marc Schnatterer – auf der Alb kann man ein Lied von der Kraft der Konstante singen. Dementsprechend verhält es sich mit dem Tabellenplatz: Mittelmaß.

13. SC Paderborn

Ohne 1860 München wären die Paderborner gar nicht hier. Der Lizenzentzug der „Löwen“ vor über einem Jahr war das Glück der Ostwestfalen. Was folgte, war eine starke Saison samt Aufstieg. Nach allem Trubel freut man sich aufs Niemandsland.

14. MSV Duisburg

Die Zebras entwickeln sich beinahe zur Fahrstuhlmannschaft. In der Vorsaison furioser Siebter, geht der Weg wieder mehr in Richtung 3. Liga. Aber es reicht noch für den Klassenerhalt.

15. SV Darmstadt 98

„Wenn es sonst keiner schafft, dann eben der Alte.“ Das klingt wie ein Spruch aus „Zurück in die Zukunft“, war aber wohl der Gedanke der sportlichen Leitung bei der Rückkehr von Dirk Schuster. Dessen Glanz hat immer mehr Rost-Charakter. Der Kader voller Namen bringt kaum Leistung. Das Abstiegsgespenst spukt um das Böllenfalltor.

16. Erzgebirge Aue

„Irgendwann ist Schicht im Schacht“ – eventuell. Das Erzgebirge ist für seine Ruhe bekannt. Dennoch hält das den Alterungsprozess von Routinier Christian Tiffert nicht auf. Motiviert Trainer Daniel Meyer die Veilchen wie gegen den KSC, muss man die Relegation nicht fürchten.

17. Jahn Regensburg

Das Gesetz des schweren zweiten Jahres schlägt mit voller Härte zu. Der Jahn mimt nicht den Gesetzesbrecher und steigt ab.

18. SpVgg Greuther Fürth

Der große Nachbar aus Nürnberg in Liga eins, Fürth im Abstiegskampf. Dazu ein schwacher Kader. Beim Kleeblatt kommt alles zusammen. Mund abwischen und 2019/2020 weitermachen.

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