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Fußball Dzsenifer Marozsan von Olympique Lyon setzt im Mittelfeld der DFB-Elf die Akzente

Titel-Traum mit Heimvorteil

Bruz.Dzsenifer Marozsan bemüht sich erst gar nicht, die immense Bedeutung der Frauenfußball-WM in ihrer Wahlheimat Frankreich herunterzuspielen. Lieber lässt die 27 Jahre alte Edeltechnikerin von Champions-League-Sieger Olympique Lyon alle im erstmals proppevollen Medienraum des Teamquartiers in Bruz teilhaben an ihrer Vorfreude auf den Höhepunkt ihrer erfolgreichen Karriere. „Es ist für mich absolut was Besonderes“, sagte Marozsan am Donnerstag strahlend. „Ich spiele jetzt seit drei Jahren hier. Frankreich ist ein Stück Heimat für mich.“

Dabei steht ihr Elternhaus in Budapest, wo sie vor fast drei Wochen mit ihrer Vereinsmannschaft durch einen 4:1-Finalsieg gegen den FC Barcelona die Königsklasse gewann. Ihre Mutter und ihr Vater, einst ungarischer Nationalspieler, sowie ihr Bruder waren beim Endspiel dabei, um „Dzseni“ zu unterstützen. „Das war ein wunderschönes Erlebnis. Das habe ich sehr genossen“, sagte Marozsan, die danach direkt wieder nach Frankreich zu den Club-Feierlichkeiten düste.

„Anstrengende Saison“

Danach habe sie ein paar Tage die Füße hochgelegt und entspannt, um Kraft zu tanken, bevor sie sich mit ihren DFB-Kolleginnen zur letzten WM-Vorbereitungsetappe in Grassau traf. „Es war eine lange und anstrengende Saison“, räumte sie ein. Aber Müdigkeit lässt sie nun nicht zu. Schließlich hat sie große Ziele mit der DFB-Auswahl. Der Titelhunger der zum dritten Mal hintereinander zur besten Spielerin der französischen Liga gekürten Regisseurin ist noch nicht gestillt. Dabei ist in ihrem Trophäenschrank kaum noch Platz. U-20-Weltmeisterin wurde sie schon 2010 in Deutschland, Europameisterin (2013) und Olympiasiegerin (2016) ist sie auch. Dazu dreimal französische Meisterin, und je zweimal gewann sie den DFB-Pokal (mit dem 1. FFC Frankfurt) und den französischen Cup (mit Lyon). Nur der WM-Triumph fehlt noch. Der könnte nun folgen.

Mit der DFB-Elf will sie mindestens die Halbfinals erreichen. Die finden wie auch das WM-Endspiel am 7. Juli in Lyon statt. „Der Titel wäre ein Traum. Aber ich werde mich erstmal darauf fokussieren, dass wir mit unserer Mannschaft gut starten“, betonte die Nummer zehn mit Blick auf das schwere Auftaktmatch am Samstag (15 Uhr/ARD) in Rennes gegen China.

Obwohl sie bisher noch nie zur Weltfußballerin gekürt wurde, ist Marozsan wohl die derzeit beste Spielerin der Welt. Und sie fühlt sich im besten Alter, um etwas Großes zu vollbringen. Als ein Medienvertreter meinte, dass es wohl ihre letzte WM-Titelchance sei, reagierte die 27-Jährige fast amüsiert. „Ich bin noch jung. Ich hoffe, dass ich noch eine WM spielen darf.“ In der jungen DFB-Auswahl kommt der 90-maligen Nationalspielerin eine Schlüsselrolle zu. Sie ist das Hirn der Mannschaft, kann ihre Mitspielerin optimal in Szene setzen und ist auch sehr torgefährlich.

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