Fußball

Fußball Analyse beim HSV nach desaströser 0:5-Heimklatsche

Titz soll Kurs korrigieren

Archivartikel

Hamburg.Video-Horrorshow statt Aqua-Jogging: Einen Tag nach der 0:5-Heimklatsche gegen Jahn Regensburg kannte Trainer Christian Titz (Bild) vom Hamburger SV für seine Profis kein Pardon. In einer ausgiebigen Analyse am Beamer führte der 47-Jährige den Spielern des entthronten Tabellenführers der 2. Fußball-Bundesliga die vielen Fehler vor, die zur höchsten Pflichtspiel-Heimpleite seit 1974 geführt hatten. Nur dreimal war der HSV bisher daheim 0:5 untergegangen: Zweimal hieß der Gegner Bayern München, einmal AS St. Etienne im Uefa-Cup.

„Wenn du so hoch verlierst, kann man nicht zur Normalität übergehen“, begründete Titz am Montag nach einer unruhigen Nacht die intensive Fehleranalyse, auf die noch eine kurze Trainingseinheit folgte. Die Übungssession im Wasser wurde gestrichen. Am Dienstag soll die intensive Vorbereitung auf das Spiel am Donnerstag bei Greuther Fürth beginnen, anschließend geht der Blick auf das brisante Stadtduell gegen den FC St. Pauli am Sonntag.

Im Zentrum der Kritik

Der in Edingen-Neckarhausen aufgewachsene Titz war bemüht, Ruhe zu vermitteln, aber man merkte ihm an, wie sehr der desaströse Auftritt an ihm nagte. Zumal er erstmals seit seiner Amtsübernahme Mitte März ins Zentrum der Kritik geraten ist. Den Abstieg, den Ex-Führungskräfte und seine Vorgänger verantworten müssen, hat man ihm zurecht nicht angelastet. Doch den sofortigen Wiederaufstieg soll er schaffen. Das aber wird mit Auftritten wie am Sonntag nicht klappen.

Kapitän Aaron Hunt schlug nach dem Debakel Alarm: Er fordert eine Kurskorrektur von Titz, dessen (zu) offensives Spielkonzept ebenso zur Debatte steht wie die umstrittene Rotation bei der Aufstellung. Tatsächlich hat der Höhenflug des immer noch auf Tabellenplatz zwei stehenden HSV die Probleme im Team kaschiert. Es fehlt eine Achse, an der sich die übrigen Spieler aus- und aufrichten können. Es wird kräftig rotiert, sechs Umstellungen gegen Regensburg waren viel zu viel. So kann sich kein Stamm bilden. Und zehn Gegentore in vier Heimspielen haben Titz zu denken gegeben. „Beängstigend war, wie wir verteidigt haben“, kritisierte er. dpa (Bild: dpa)