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Fußball Der Platzverweis gegen Mario Gomez bedeutet für den VfB Stuttgart den nächsten Rückschlag im Bundesliga-Abstiegskampf

Torjäger am Tiefpunkt

Archivartikel

Stuttgart.Es gibt im Fußball tatsächlich noch Dinge, die Routinier Mario Gomez zum ersten Mal erlebt. 2004 lief der Stürmer erstmals in der Bundesliga auf, er wurde mit dem FC Bayern dreimal deutscher Meister, spielte in der Türkei und in Italien. Und er steckte mit dem VfB Stuttgart schon vor einem Jahr in einer schwierigen Situation. Doch noch nie war Gomez in seiner Profikarriere vom Platz geflogen – bis zu diesem 2:2 am Sonntagabend gegen den SC Freiburg. Der Tiefpunkt des nur eingewechselten früheren Nationalstürmers steht beim VfB Stuttgart sinnbildlich für den nächsten Rückschlag im Abstiegskampf.

„Ich war schockiert“, sagte Gomez. Mit gewohnt ruhiger Stimme sprach der 33-Jährige über die aus seiner Sicht entscheidende Szene für das späte Gegentor zum Ausgleich, deutlich kritisierte er Deniz Aytekin. Binnen vier Minuten hatte der Schiedsrichter Ellbogeneinsätze des eingewechselten Stürmers als regelwidrig gewertet (85./89.).

„Das muss man schon wollen“, behauptete Gomez. Im ersten Moment hatte der Platzverweis seiner Meinung nach sogar eine Vorgeschichte, weil er sich nach dem 3:3 im Hinspiel bei den Freiburgern kritisch über den Unparteiischen geäußert hatte. „Es scheint, dass es keine Rache war, aber so habe ich es interpretiert, damit lag ich falsch“, sagte der Torjäger. Aytekin, so berichtete Gomez, habe geantwortet, es sei ihm „wurscht“, was gewesen war. „Ich sehe bei beiden Aktionen den Gegenspieler nicht, weil ich Richtung Ball schaue, ich springe hoch, es ist eine ganz normale Bewegung“, rechtfertigte sich Gomez.

Reschke: „Spielentscheidend“

Auch VfB-Sportvorstand Michael Reschke und Trainer Markus Weinzierl hielten die Gelb-Rote-Karte für nicht nachvollziehbar. Weinzierl stufte sie wie Gomez als spielentscheidend ein. „Mit elf hätten wir das Spiel gewonnen“, behauptete der 44-Jährige. Verärgert war er nach dem 2:2 durch Florian Niederlechner (90.+4) auf den Platz gestürmt.

Der Coach hatte auf Gomez wie schon beim 1:4 in München in der Startelf verzichtet, weil er nach dem verbesserten Eindruck bei den Bayern nicht so viel ändern wollte. Zur Halbzeit kam Gomez dann für den schwachen Anastasios Donis. Weinzierls Hoffnung, der Angreifer könne als Joker „eine gute Waffe“ sein, erfüllte sich allerdings nicht. Gomez kam im ideenlosen Angriff kaum zum Zuge. Der Rückstand auf den sicheren Tabellenplatz 15 wuchs auf drei Punkte an. dpa