Fußball

Fußball Stürmer schießt Mainz 05 zum glücklichen 1:0-Erfolg gegen den VfB Stuttgart

Ujahs Tor bannt den Fluch

Archivartikel

Mainz.Für den FSV Mainz 05 zahlt sich die Verpflichtung von Anthony Ujah mit Verzögerung nun aus. „Ich habe lange auf das Tor gewartet und bin froh und glücklich, dass es gelungen ist“, sagte der 27 Jahre alte Nigerianer gestern nach dem 1:0 (0:0) gegen den VfB Stuttgart. In der 76. Minute hatte er vor 28 705 Zuschauern den Siegtreffer erzielt und damit den Auftakt-Fluch der Rheinhessen in der Fußball-Bundesliga beendet.

Nach drei Niederlagen in den jeweils ersten Liga-Partien der vergangenen drei Jahre gingen die Mainzer dieses Mal als Sieger vom Platz. Den letzten Erfolg zu Saisonbeginn hatte es für Mainz in der Spielzeit 2013/14 gegeben – damals auch gegen Stuttgart. „Das fühlt sich schon mal wieder ganz anders an“, meinte 05-Sportvorstand Rouven Schröder. „Für das erste Bundesligaspiel haben es die Jungs gut gemacht.“

Schwarz froh nach Arbeitssieg

Für Ujah, der in der Winterpause der vergangenen Saison nach Mainz zurückgekehrt war, wo er bereits in der Spielzeit 2011/12 auf Torejagd gegangen war, ging damit eine lange Leidenszeit vorbei. Kaum Einsatzzeit und kein Tor war die Rückrundenbilanz des Stürmers, der zuletzt in China bei Liaoning Hongyun sein Geld verdient hatte, aber danach erst einmal physisch wieder auf Bundesliga-Niveau kommen musste. „Wir hatten das Gefühl, dass Tony im Kommen ist. Ich freue mich für ihn“, kommentierte der Mainzer Trainer Sandro Schwarz das Tor-Comeback von Ujah, der in der Mannschaft sehr beliebt ist. „Er ist immer aufrecht gewesen, nie weggebrochen und wurde nun dafür belohnt“, meinte Schwarz nach „einem Arbeitssieg und gutem Start“.

Ujah hofft nun auf weitere Treffer. Mit seinem Teamkollegen Gerrit Holtmann gibt es eine Wette: Wenn er 15 Tore schießt, muss er die Mannschaft zum Essen einladen. „Das ist doch nur ein Spaß“, sagte er erst, fügte dann aber hinzu: „Möglich ist alles.“ Für den VfB Stuttgart ist Ujah im Übrigen der Stürmer-Schreck: Im siebten Bundesliga-Spiel gegen den VfB traf der Nigerianer zum fünften Mal – und damit so oft wie gegen keinen anderen Club.

Tristesse in Stuttgart

Diesmal verpatzte er den Schwaben, die eine Woche zuvor schon aus dem DFB-Pokal in Rostock rausgeflogen waren, den Saisonbeginn gründlich. „Der Start war nicht ideal“, befand VfB-Coach Tayfun Korkut. „Nach einer guten ersten Halbzeit haben wir nach der Pause den Faden verloren, und das Spiel ist so dahingeplätschert. Das war ein typisches erstes Bundesligaspiel.“

Dabei hatten die Schwaben große Chancen durch Neuzugang Nicolas Gonzalez (9.), Kapitän Christian Gentner (15.) und Mario Gomez (50.), die aber ungenutzt blieben. „Es wird ein harter Weg, aber wir sind auf einem guten Weg“, meinte Stuttgarts Sportvorstand Michael Reschke trotz der beiden Niederlagen. „Wir brauchen noch etwas Zeit, um unseren Rhythmus zu finden.“ Allerdings ist der VfB Kummer nach der ersten Liga-Partie gewohnt: Seit elf Jahren konnten die Stuttgarter keines mehr gewinnen. dpa