Fußball

Fußball Union Berlin in der Spitzengruppe

Ungewohnter Tabellen-Luxus

Archivartikel

Berlin.Seine Kollegen haben einfach nur „viel Spaß“ mit dem Tore-Zocker Max Kruse. Die Fans in Berlin-Köpenick würden ihn auf Händen tragen, wenn sie denn ins Stadion dürften. Und auch der nüchterne Schweizer Urs Fischer outete sich ein Stück als Follower des „speziellen Spielers“ im Trikot des Überraschungsclubs 1. FC Union, wie er in dieser Woche den Promi-Neuzugang bezeichnete. Kruse ist und bleibt auch auf seiner nun schon siebten Station als Profifußballer einfach speziell – ob auf oder neben dem Platz.

„Man hat gut gesehen, dass beide voneinander profitieren: die Mannschaft von Max und auch Max von der Mannschaft“, erklärte Trainer Fischer nach einem 5:0 (3:0), das als höchster Sieg in die noch junge Bundesliga-Historie der Eisernen eingeht. Kruse war gegen den überforderten Aufsteiger Arminia Bielefeld gleich an vier Treffern beteiligt: Einen leitete er klug ein, zwei bereitete er mustergültig vor, und den vom Strafstoßpunkt markierte er dann selbst.

„Auf der einen Seite spürte er die Unterstützung, die auch ein Spieler von seiner Qualität braucht“, skizzierte Fischer die Stellung von Kruse innerhalb seines Teams. „Auf der anderen Seite ist er sich nicht zu schade, auch lange und weite Wege in Kauf zu nehmen. So kann es funktionieren.“ Der 32-jährige Kruse hat Union im Eiltempo belebt, nicht nur durch seine schon drei Saisontore und fünf Vorlagen. „Wir akzeptieren jeden, wie er ist. Max Kruse ist ein sehr positiver Typ. Es macht viel Spaß mit ihm“, betonte Kapitän Christopher Trimmel und sprach insgesamt von einem „fast perfekten Spiel“ seines Teams.

Kruses Eingebungen und Fertigkeiten als Tore-Einleiter sorgten am siebten Spieltag in einem durch die Corona-Pandemie wieder gespenstisch leeren Stadion an der Alten Försterei schnell für klare Verhältnisse. Der später verletzt ausgewechselte Japaner Keita Endo nach 129 Sekunden und dem damit zweitschnellsten Tor in der Bundesliga-Historie der Berliner sowie Robert Andrich (13. Minute) schlugen gleich zu. Sheraldo Becker legte noch vor der Pause nach. Den 5:0-Rekord machte der eingewechselte Cedric Teuchert perfekt.

Und zwischenzeitlich egalisierte eben jener Kruse, der in dieser Woche über seinen Instagram-Kanal nach einer Radarkontrolle noch die Polizei beschimpft hatte und dies dann relativierte, noch einen Liga-Uraltrekord. Mit dem 16. verwandelten Elfmeter in seinem 257. Bundesliga-Einsatz stellte der gebürtige Schleswig-Holsteiner mit der 100-Prozent-Quote die Bestmarke des Schalkers und Bochumers Hans-Joachim Abel ein. 

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