Fußball

Fußball Leverkusen ärgert sich über das 1:1 in Nürnberg – und dümpelt weiter im Bundesliga-Mittelfeld vor sich hin

Unzufriedenheit nach dem Wasserspektakel

Nürnberg.Für Rudi Völler hätte es das Wasserspektakel von Nürnberg gar nicht erst geben dürfen. Nach dem dauerverregneten Remis erinnerte der Geschäftsführer des Fußball-Bundesligisten Bayer Leverkusen an seine Zeit beim AS Rom: „In Italien wird immer der Ball hochgeschmissen vor dem Spiel und wenn er irgendwie liegen bleibt und nicht rollt, wird das Spiel nicht angepfiffen.“ Völler war fünf Jahre lang für den Hauptstadtverein auf Torjagd gegangen.

Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus erkannte für das erste Montagsspiel dieser Bundesliga-Saison hingegen reguläre Bedingungen und zog die Partie trotz Wasserlachen durch. „Ich habe schon zur Halbzeit unter Zeugen gesagt, ich hätte es nicht angepfiffen, obwohl wir 1:0 geführt haben. Da ist zu viel Zufall, das muss heutzutage nicht mehr sein“, meinte Völler nach dem 1:1 (1:0) der im Tabellenmittelfeld dümpelnden Leverkusener. Der 58-Jährige wollte gar nicht groß meckern, den Austausch mit Steinhaus hatte er aber bereits gesucht. „Ich habe sie gefragt, ob sie überlegt hat zu Beginn des Spiels, überhaupt anzupfeifen. Sie fand es nicht ganz so schlimm, das muss man akzeptieren“, konstatierte Völler. Den Regularien des DFB zufolge muss eine Partie „ordnungsgemäß“ durchgeführt werden können. Ein Referee soll demnach „alle zumutbaren Mittel“ zur Spielfortsetzung ausschöpfen, heißt es weiter. Die Überlegung, ein Spiel abzubrechen, sei situationsabhängig und werde von jedem Schiedsrichter anders gesehen und empfunden. Es gibt also einen erheblichen Ermessensspielraum. Leverkusens Trainer Heiko Herrlich erkannte „teilweise irreguläre Bedingungen“. Vor allem im Laufe der zweiten Hälfte ähnelte das Geschehen auf dem durchnässten Rasen mehr einem Kampf als einem Spiel. Nationalspieler Julian Brandt fühlte sich nach eigener launiger Einschätzung fast schon wie beim Wasserpolo. Herrlichs Mannschaft hätte dennoch mehr als nur den einen Treffer durch Kai Havertz (30. Minute) erzielen müssen. In der zweiten Hälfte kassierte Bayer auch noch den Ausgleich durch Georg Margreitter (56.).

„Wir hatten die Möglichkeiten – und die musst du machen“, befand Bayer-Kapitän Lars Bender. „Wir können nicht alles auf den Platz schieben, da müssen wir uns an die eigene Nase packen.“ Die Nürnberger dagegen feierten das Remis, durch das sie auf Platz 15 bleiben, als moralischen Erfolg. „Charakter zeigen, Mentalität zeigen und fighten bis zum Schluss“, das habe seine Mannschaft ausgezeichnet, sagte Club-Coach Michael Köllner.

Und wie fand er den Pfützenparcours? „Wir leben in Deutschland und da ist am 3. Dezember hin und wieder Schnee oder Regen“, meinte Köllner unbeeindruckt. „Das Wichtigste ist, dass du es annimmst, dass du für dich einen guten Plan entwirfst.“ Und der ging am Ende für die Franken auf. dpa