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Fußball Bayer-Sportdirektor attackiert Schiedsrichter

Völlers Wutrede

Leverkusen.Als er hörte, dass er das Opfer von Rudi Völlers Wut-Attacke geworden war, verschlug es Deniz Aytekin die Sprache. Mehrfach setzte der FIFA-Schiedsrichter zu einem Kommentar an, lachte ungläubig, schüttelte den Kopf und brach wieder ab. „Ich weiß gar nicht, was ich dazu sagen soll“, erklärte Aytekin schließlich: „Und ich wüsste auch nicht, welche Szene man da bemühen könnte.“ Aytekin hatte sich nach dem 1:1 (1:0) von Bayer Leverkusen gegen Schalke 04 den Journalisten gestellt, um die vielen strittigen Szenen zu erklären. Er gestand dabei zunächst Fehler ein, kam aber zu dem Schluss: „Ich war heilfroh, dass wir den Videobeweis hatten. Und die Bilder haben, denke ich, gezeigt, dass alles so okay war.“

Völler war ganz offensichtlich anderer Meinung. Der Bayer-Sportchef war energischen Schrittes in die Interview-Zone gekommen, die erste Frage wartete er gar nicht erst ab. Es folgte einer seiner berüchtigten, zuletzt aber rar gewordenen Wutausbrüche. „Herr Aytekin hat offenbar beschlossen, heute nur Elfmeter zu pfeifen, wenn ein Schalker fällt“, schimpfte der frühere DFB-Teamchef. Auf die Frage, wie er die Chancen der Leverkusener erachte, am letzten Spieltag doch noch die Champions League zu erreichen, sagte Völler mit beißender Ironie: „Herr Aytekin wird nicht unser Schiedsrichter sein. Das beruhigt mich ein bisschen.“

„Schlechte Leistung“

Bei genauer Betrachtung der Szenen ist dem FIFA-Schiedsrichter aber wenig vorzuwerfen. Das 1:1 von Guido Burgstaller (47.) war kein Abseits, einen schon gegebenen Elfmeter für Schalke nahm er nach Videobeweis zurück (71.). Und die Aktion gegen Leverkusens Julian Baumgartlinger im Strafraum (79.) war tatsächlich nicht elfmeterwürdig. Leicht fraglich war allenfalls der Strafstoß für Schalke in der 53. Minute. Doch mit diesem scheiterte Daniel Caligiuri an Bayer-Torhüter Lukas Hradecky. Die Leistung nach dem 16. Saisontor von Kai Havertz (31.) nannten sowohl Trainer Bosz als auch Völler „schlecht“. Mit dem einen Punkt sicherten die Leverkusener zwar das neunte Europacup-Ticket in den vergangenen zehn Jahren – doch die Teilnahme an der Königsklasse wird erneut zur Zitterpartie.