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Fußball Mainz 05 verpasst beim 0:0 gegen Mönchengladbach möglichen Befreiungsschlag im Abstiegskampf – und zittert weiter

Vor den Wochen der Wahrheit

Archivartikel

Mainz.Köln in Hoffenheim demontiert, auch Hamburg und Wolfsburg nur mit Remis – die große Chance für den Befreiungsschlag im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga war nach den Vorlagen der Konkurrenz da für den FSV Mainz 05. Doch beim 0:0 gegen Borussia Mönchengladbach am Ostersonntag verpassten die Rheinhessen trotz einer gerade im zweiten Durchgang anständigen Leistung die Chance, acht Punkte zwischen sich und den ersten direkten Abstiegsplatz 17 zu legen. Es muss weiter gezittert werden in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt.

„Die Art und Weise wie wir aufgetreten sind, mit dem Herz und Leidenschaft, darauf können wir aufbauen“, sagte der zwischen die FSV-Pfosten zurückgekehrte frühere Nationaltorwart Rene Adler, schränkte aber ein: „Unterm Strich ist es nur ein Punkt zu Hause, das ist in unserer Situation zu wenig.“ Mit nun 26 Zählern liegen die Mainzer weiter punktgleich mit Wolfsburg auf dem Relegationsplatz, dürfen aber am kommenden Samstag im direkten Duell bei den sechs Punkten zurückliegenden Kölnern auf keinen Fall verlieren, um nicht in noch größere Schwierigkeiten zu stürzen. „Es wäre schön, wenn wir auch einmal auswärts gewinnen – am besten gleich in Köln“, forderte Adler.

„Neustart“ mit acht Wechseln

Der Mainzer Trainer Sandro Schwarz hatte nach dem desolaten Auftritt beim 0:3 in Frankfurt vor der Länderspielpause einen Neustart ausgerufen, insgesamt acht personelle Wechsel (!) in der Startformation kündeten davon. Über unbedingte Mentalität und die fußballerischen Grundtugenden wie Zweikampfstärke und Leidenschaft wollten die schlingernden Mainzer zurück in die Spur finden. Zumindest das funktionierte ordentlich, auch wenn die Nullfünfer bei allem Engagement im ersten Durchgang offensiv komplett harmlos blieben. „Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie zusammensteht“, erklärte FSV-Mittelfeldmann Jean-Philippe Gbamin. Da auch bei den Gladbachern, die zuvor sechs ihrer letzten sieben Auswärtsspiele verloren hatten, spielerisch wenig zusammenging, blieb die Partie lange auf äußerst dürftigem Niveau. Echte Torchancen gab es faktisch nicht zu sehen.

Nach der Pause erhöhten die Mainzer Druck und Tempo und waren der Führung bei der besten Möglichkeit der Begegnung nahe: Doch Gladbachs Schlussmann Yann Sommer lenkte einen Kopfball von Alexander Hack nach einer Ecke artistisch an die Latte und begrub den Abpraller knapp vor der Linie unter sich (66.). In der Schlussphase lieferten sich beide Mannschaften einen offenen Schlagabtausch, aufgrund etlicher Ungenauigkeiten blieb es aber beim leistungsgerechten Remis. „Es war hintenraus ziemlich nervenaufreibend und hätte in beide Seiten kippen können“, analysierte FSV-Coach Schwarz.

Für die Mainzer stehen nun die womöglich vorentscheidenden Wochen im Abstiegskampf an – nach Köln geht es gegen Freiburg und nach Augsburg. Drei Gegner, gegen die dringend Punkte her müssen. Trainer Schwarz zeigte sich optimistisch, dass dies den Rheinhessen gelingt. „Es war schon sehr viel drin, was in unserer Situation wichtig ist. Wir sind geschlossen aufgetreten, für einen Sieg hat nur die Ruhe und Entschlossenheit im Abschluss gefehlt.“