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Fußball FC Bayern muss seinen Kader schnell ergänzen

Wachsender Druck bei der Suche nach Verstärkungen

Archivartikel

Sinsheim.Selbst der „Weiter, immer weiter!“-Oliver Kahn saß als Mitglied der Münchner Führungsriege nach der Pleite des FC Bayern mit nachdenklicher Miene auf der Tribüne in Sinsheim. Drei Tage vor dem deutschen Supercup-Finale gegen Borussia Dortmund am Mittwoch (20.30 Uhr/DAZN und ZDF) wirkt der Triplesieger überspielt und übermüdet. Zu der Terminhatz in der voll gequetschten und verkürzten Saison kommt nun der zeitliche Druck auf dem Transfermarkt. Nur noch eine Woche bleibt den Münchnern, ihren Kader zu verstärken.

Dass dies bitter nötig ist, zeigte das 1:4 am Sonntag bei der TSG Hoffenheim, als der Meister, Pokalsieger und Champions-League-Sieger die erste Niederlage 2020 hinnehmen musste. Natürlich wollte bei den Bayern keiner ein Drama daraus machen. „Wir haken das Spiel ab und gucken auf das nächste“, sagte Trainer Hansi Flick (Bild) schmallippig.

Ob es langsam nicht eng wird mit Verstärkungen bis zum Transferschluss am 5. Oktober? „Darüber mache ich mir keine Gedanken“, meinte der 55-Jährige kurz angebunden, sagte aber auch: „Wir brauchen noch ein bisschen Qualität in der Breite, um dem einen oder anderen Spieler eine Pause zu geben.“

Flick hatte wohl geahnt, was nach den 120 kräftezehrenden Minuten beim 2:1 gegen Sevilla im europäischen Supercup-Finale gut 60 Stunden später auf seine Mannschaft gegen Hoffenheim zukommen könnte und sich Optionen gewünscht, „um dann solche Spiele auch wegstecken zu können“.

Gefordert ist nun vor allem Hasan Salihamidzic. „Wir halten uns viele Optionen offen. Lassen wir uns überraschen, was bis Ende der Transferperiode passiert“, sagte der Sportvorstand. Angesichts der Abgänge von Thiago, Ivan Perisic und Philippe Coutinho hatte Thomas Müller schon nach dem Budapest-Trip gesagt: „Ich hoffe natürlich, dass wir noch Verstärkung dazu bekommen.“ Auch Kapitän Manuel Neuer verwies da auf den „relativ schmalen Kader“.

Gegen Dortmund zurückschlagen

Doch die erfolgsverwöhnten Profis nahmen es nach der Devise: Jammern hilft nicht – weiter geht’s im Programm! So war Müller gedanklich schnell bei der nächsten Titelchance der Münchner im DFL-Supercup gegen den BVB: „Da haben wir eine sehr schöne Möglichkeit zurückzuschlagen.“

Insgesamt 53 Spiele bis zum angepeilten Königsklassen-Finale am 29. Mai in Istanbul müssen die Bayern bewältigen, falls sie ihr Triple verteidigen wollen. „Wir suchen keine Ausreden. Das erwartet uns in diesem Jahr. Alle paar Tage ist ein Spiel, das wissen wir“, sagte Neuer. „Dementsprechend können wir nicht so viel darüber reden, dass wir kaputt sind, sondern müssen es annehmen.“ 

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