Fußball

Fußball Leipzigs Torjäger Timo Werner hat sein Spiel verändert, um erfolgreicher zu werden

Weg von der letzten Linie

Archivartikel

Leipzig.Wenn auswärts die Hymne der Champions League erklingt, läuft Timo Werner zur Hochform auf. In seiner immer noch jungen Karriere hat der Fußball-Nationalspieler von RB Leipzig fünf Tore in insgesamt sieben Spielen der Königsklasse geschossen. Das ergibt eine Quote von 71 Prozent. Besser sind aktuell nur die Weltstars Lionel Messi (82 Prozent) und Cristiano Ronaldo (77 Prozent).

Doch vor dem Heimauftakt der diesjährigen Champions League am Mittwoch (21 Uhr/DAZN) gegen den schwächelnden ehemaligen Branchenriesen Olympique Lyon aus Frankreich hat Werner ein Problem. Er kann auf der ganz großen Bühne bisher eben nur auswärts: Sämtliche Tore in der Champions League erzielte Werner in fremden Stadien, zuletzt zwei beim 2:1 in Lissabon.

Ein Grund liegt in Werners sehr von Geschwindigkeit geprägtem Spiel. Auswärts ergeben sich mehr Räume, mehr Umschaltmomente. Der Stürmer kann seine Schnelligkeit besser ausspielen. Deshalb hat Julian Nagelsmann an Werners Stil gefeilt. „Seine größte Qualität ist sein Tempo. Wenn er zu viel an der letzten Linie steht, kann er nicht beschleunigen“, erklärte der RB-Coach.

Schon in den wenigen Monaten unter Nagelsmann hat sich Werners Spiel verändert. Der 23-Jährige lässt sich deutlich tiefer fallen, sucht nicht mehr in jeder Aktion den Abschluss. Kurzum: Werner ist ein kompletterer Stürmer geworden – und mit wettbewerbsübergreifenden sieben Toren in acht Spielen sogar erfolgreicher.

Olympique in der Krise

„Timo versucht, sich mehr am Kombinationsspiel zu beteiligen. Er sieht, dass es viele vorbereitende Situationen gibt. So kriegt er seine Stärke besser auf den Platz“, betont Nagelsmann. Und die benötigt RB gegen Lyon dringend. Denn die Mannschaft will zeigen, dass die Niederlage gegen Schalke (1:3) ein Ausrutscher war. Da kommt Lyon gerade recht. Die Mannschaft steckt momentan in einer handfesten Krise. Einem furiosen Saisonstart mit zwei Siegen und 9:0 Toren folgte der Absturz. Sieben Pflichtspiele in Serie blieb das Team von Trainer Sylvinho ohne Sieg. Deshalb wird schon gemunkelt, wie lange der mächtige Präsident Jean-Michel Aulas noch an dem Brasilianer festhalten wird.

Diese Unsicherheit der Franzosen muss RB ausnutzen. Viel wird nicht nur von Werner, sondern auch von dessen bevorzugtem Passgeber Emil Forsberg abhängen. Das Spiel gegen Schalke hat gezeigt, dass die Leipziger Offensive in vielen Situationen von den Ideen des schwedischen Nationalspielers abhängt. dpa