Fußball

Fußball Neuer Trainer Hannes Wolf hat den Hamburger SV deutlich stabilisiert

Wenig geändert, viel erreicht

Hamburg.Die Probleme seines Kollegen Hannes Wolf hätte Markus Anfang an diesem Abend auch gern gehabt. Nach dem hochverdienten 1:0 des Hamburger SV im Gipfeltreffen der 2. Fußball-Bundesliga gegen Mitabsteiger 1. FC Köln war der neue Cheftrainer der Hanseaten bemüht, nicht zu viel Euphorie aufkommen zu lassen. „Es geht hart weiter in der Liga“, sagte Wolf nach seinem gelungenen Heimdebüt.

FC-Trainer Anfang saß daneben und machte das Gesicht zur Kölner Krise. „Nach 15 Minuten war der Faden bei uns gerissen und wir sind nicht mehr ins Spiel gekommen“, sagte er. Sein Sportchef Armin Veh wurde noch deutlicher. „Das war grottenschlecht“, sagte er und sprach von einer „Nicht-Leistung“. Er habe nicht gesehen, „dass wir unbedingt den Sieg wollten. Und das ist sehr enttäuschend.“

Nach vier Liga-Spielen ohne Sieg, dazu das Aus im DFB-Pokal gegen Schalke 04, ist der 1. FC Köln im Krisen-Modus. Mit 21 Punkten ist der Club als Tabellendritter zwar noch mitten im Aufstiegskampf. Von der Souveränität einer Übermannschaft sind die Rheinländer aber weit entfernt. Der für das Projekt Wiederaufstieg geholte Anfang ist plötzlich nicht mehr unumstritten. Die mitgereisten Fans pfiffen ihre Mannschaft erstmals aus. Wieder kein Sieg am Samstag gegen Dresden und die Stimmung droht zu kippen. „Da kommen wir auch wieder raus“, versprach Anfang. Die Frage nach dem Wie ließ er aber unbeantwortet.

Noch vor wenigen Wochen war der HSV in einer ähnlichen Situation wie die Kölner jetzt. Nach dem achten Spieltag lagen die Hanseaten auf Rang vier, fünf Punkte hinter dem damaligen Tabellenführer aus Köln. Vier Spieltage und einen Trainer-Wechsel weiter sind die Hamburger ganz vorn vor dem Stadtrivalen FC St. Pauli, haben drei Zähler mehr als der FC und vor allem neue Zuversicht gewonnen.

Aufwärtstrend erkennbar

Doch der neue HSV-Trainer Wolf gab inmitten der Begeisterung den Mahner. „Das ist schön, dass wir heute so ein Spiel abgeliefert haben“, sagte er. Wolf wies schon auf die nächste Aufgabe am Samstag im Erzgebirge hin: „Wir stehen am Anfang. Aue liest sich leichter, ist es aber nicht.“

Klar ist aber: Der Aufwärtstrend der Hamburger ist unter seiner Leitung erkennbar. Als erstem HSV-Trainer gelangen ihm drei Siege in den ersten drei Pflichtspielen, zwei in der Liga und einer im DFB-Pokal. Die Debatten um den Sinn der Trennung vom bei Fans und Spielern beliebten Christian Titz sind erst einmal verstummt. „Wir dürfen jetzt nicht denken, dass wir ein Erfolgsrezept haben. Das haben wir nicht. Es gibt nur harte Arbeit“, sagte Wolf.

Wichtiger als die Ergebnisse ist, dass der 37-Jährige in nur zwei Wochen seit seinem Amtsantritt die Mannschaft stabilisiert hat. Gegen Köln zeigte sie ihre beste Saisonleistung. „Er hat nur Kleinigkeiten geändert“, meinte Kapitän Aaron Hunt. Diese haben offenbar eine große Wirkung. dpa