Fußball

Fußball Für den Augsburger Stürmer gibt es am Samstag ein Wiedersehen mit seinem früheren Freiburger Trainer Streich

Wichtiges Zugpferd Niederlechner

Augsburg.Seine Döner- und Pizza-Zeiten hat Florian Niederlechner längst hinter sich gelassen. Der Topstürmer des FC Augsburg griff während seiner Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann immer wieder mal gerne mittags zum Fast Food. Kein „Gramm Muskelmasse im Körper“ habe er damals gehabt, erinnerte sich der 29-Jährige einmal an seine Phase ungesunder Ernährung. „Ich habe lange keine Sekunde daran geglaubt, einmal Profifußballer zu werden.“

Niederlechner schaffte es aber doch. Anfang 2013 wechselte der Stürmer zum 1. FC Heidenheim, ging anschließend zum FSV Mainz 05, wo er auch unter seinem aktuellen Augsburger Coach Martin Schmidt trainierte und zog 2016 für dreieinhalb Jahre zum SC Freiburg weiter. Im Breisgau habe er das Laufen gelernt, berichtete Niederlechner. „Wir mussten bei Christian Streich immer Gas geben.“

Das Bundesliga-Heimspiel des FC Augsburg am Samstag (15.30 Uhr) gegen den SC Freiburg ist also für Niederlechner ein ganz Besonderes. „Er weiß, wo das Tor steht, hat eine gute Nase und einen guten Abschluss mit beiden Füßen, Schnelligkeit, und er legt auch auf. Er hat auch einen bayerischen Dickschädel, was ihn auch vorwärtsbringt, auch diese Mia-san-mia-Mentalität von den Bayern, was ihm immer wieder hilft, ihm manchmal aber auch im Weg steht“, meinte Streich über den Oberbayern. „Wir hatten auch immer wieder Auseinandersetzungen und haben uns gerieben, aber es war immer konstruktiv. Er hat richtige Schritte gemacht“.

In dieser Bundesligasaison traf Niederlechner schon elfmal und gab neun Vorlagen. Auf seine Tore und Vorarbeiten allein darf man ihn im Spiel der Fuggerstädter aber nicht reduzieren. „Wir sind froh, dass wir ihn als Zugpferd haben“, meinte Augsburgs Trainer Martin Schmidt über seinen wuchtigen Vorzeigeangreifer. „Das geht ein bisschen unter, was er gegen den Ball arbeitet.“

Das Wie spielt bei Niederlechner, der sich als „sehr heimatverbundenen Menschen“ bezeichnet, eine genauso entscheidende Rolle. „Er hat super Laufwege“, befand Streich. „Er ist ein brutal gefährlicher Stürmer und ich freue mich sehr für ihn.“

Besser als Gregoritsch

Niederlechner hat sich seit seinem Wechsel im Sommer 2019 eine exponierte Rolle beim FCA erspielt. In dieser Saison könnte er sogar einen Rekord brechen: Der beste Augsburger Torschütze in einer Erstligasaison ist bislang Michael Gregoritsch, der 2017/18 13 Mal erfolgreich war. Diese Bestmarke dürfte Niederlechner bei nur noch zwei fehlenden Treffern packen. Wenn es nach den Freiburgern geht, dann aber erst nach dem Duell. „Es wäre gut, wenn er mal eine Pause macht“, sagte Torwart Alexander Schwolow. dpa