Fußball

Fußball Tabellenführer Bayern München und Verfolger Leipzig trennen sich 0:0

Wirkungstreffer bleibt aus

München.Der FC Bayern hat dank eines erstaunlichen Fehlschusses von Leipzigs Torjäger Timo Werner die Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga behalten. Im Torlos-Topspiel vergab der Topstürmer von RB Leipzig am Sonntagabend die Riesenchance, als er bei seiner Direktabnahme in der 63. Minute freistehend am Tor von Nationalmannschaftskollege Manuel Neuer vorbeischoss.

Doch auch die Bayern, die weiter mit einem Punkt vor Leipzig die Tabelle anführen, hatten spät die Chance zum Lucky Punch: Nationalspieler Leon Goretzka verpasste wie Werner den Siegtreffer, als er nach einem wunderbaren Zusammenspiel mit Robert Lewandowski frei am glänzend haltenden RB-Torhüter Peter Gulasci scheiterte (80.).

Nach dem 0:0 vor 75 000 Zuschauern in München bleibt der Titelkampf völlig offen. „Jetzt sind wir Zweiter, können von hinten angreifen, vielleicht schaffen wir es dann auch noch“, sagte Werner. „Wir haben es verpasst, aus diesem Spiel unser Spiel zu machen“, sagte Bayerns Thomas Müller und sprach von einem „okay Ergebnis“.

In der ersten Hälfte boten die beiden besten Teams der Liga nicht das erhoffte Fußball-Spektakel. Vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw und DFB-Direktor Oliver Bierhoff waren der bayerische Branchenprimus und der sächsische Herausforderer viel auf Absicherung bedacht.

Leipzig nach der Pause forscher

Im zweiten Durchgang nahm das Spitzenspiel vor allem durch die Leistungssteigerung von Leipzig Fahrt auf. Außer Werner vergab noch Kapitän Marcel Sabitzer fahrlässig eine Großchance (46.). Die Umstellung von Leipzigs Trainer Julian Nagelsmann von Vierer- auf Dreierkette erhöhte die Präsenz im Mittelfeld. Bayern wackelte. Nach missglückten Aktionen von Jérôme Boateng und dem herauseilenden Manuel Neuer warf sich David Alaba in einen Schuss von Werner und verhinderte das 0:1 (49.).

Aber, die Bayern wären fast zu einem Elfmeter gekommen. Nach Foul von Dayot Upamecano an Lewandowski, der sich den Ball schon auf den Punkt gelegt hatte, wurde der Strafstoß nach Videobeweis doch noch verwehrt (55.). Lewandowski hatte vor dem Foul im Abseits gestanden.

Der Bayern-Star (22 Tore) und Leipzigs Nationalstürmer Werner (20 Treffer) konnten dem Torjägertreffen nicht den Stempel aufdrücken. Lewandowski hatte vor der Pause eine gute Chance. Doch sein Schuss aus der Drehung wurde vom starken Upamecano noch zur Ecke geklärt (39.). Werner kam bei seinen Vorstößen vom Flügel in Hälfte eins zu einer ordentlichen Chance, sein Ball ging aber am Tor vorbei (24.). Doch vielmehr ärgerte er sich über den Fehlschuss in Hälfte zwei. „Keine Frage, den muss ich machen“, sagte der 23-Jährige.

Mit dem „Vertrauen in unsere Philosophie“ setzte Bayern-Coach Hansi Flick nach acht Siegen am Stück erneut auf das bewährte System. Sein Starensemble verteidigte hoch und agierte dominant. Immer wieder schlichen sich im Offensivspiel jedoch einige Ungenauigkeiten ein.

Die Leipziger brauchten eine Hälfte, um nach drei nicht gewonnenen Partien am Stück die Schüchternheit abzulegen. „Bayern ist sicherlich überlegen. Sie hatten zwei, drei relativ gute Möglichkeiten. Leipzig ist gefährlich im Konterspiel, aber der letzte Pass fehlt ein bisschen“, analysierte Löw zur Pause. Im spannenden Titelkampf mag er auch die Dortmunder nach ihrer 3:4-Niederlage gegen Bayer Leverkusen „nicht abschreiben“. dpa