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Fußball In mehr als 60 Jahren Afrika-Cup konnte Algerien die begehrte Trophäe bislang nur ein Mal gewinnen – nun gelingt der zweite Coup

„Wüstenfüchse“ entfachen Jubelstürme

Archivartikel

Kairo.Nach dem Spiel, das ein Höhepunkt seiner Karriere sein sollte, sitzt Schalkes Salif Sané auf dem Boden. Auch sein Trainer kann ihn nicht aufmuntern. „Wirklich enttäuscht, nicht den Traum eines ganzen Volkes zu verwirklichen“, schreibt der 28 Jahre alte Bundesliga-Verteidiger am Morgen nach der Niederlage im Finale des Afrika-Cups in den sozialen Netzwerken. Mit dem Senegal galten Sané und dessen Superstar Sadio Mané vom FC Liverpool als der große Titelanwärter. Aber ausgerechnet Sané hatte seine Füße bei der 0:1 (0:1)-Niederlage gegen Algerien im Spiel.

Der einzige Treffer des Endspiels am späten Freitagabend in Kairo fiel bereits in der zweiten Minute. Baghdad Bounedjah schnappte sich nach mehreren Ballverlusten des Senegals im Mittelfeld den Ball und stürmte in Richtung Tor. Kurz vor der Strafraumgrenze zog er von links nach innen und schoss. Verteidiger Sané vom FC Schalke 04 versuchte noch den Ball abzuwehren, warf sich mit seinem ganzen Körper in den Schuss, fälschte den Ball aber so unglücklich ab, dass er als Bogenlampe über Senegals Torwart hinweg ins Tor segelte. „Wir versuchen, aus unseren Fehlern zu lernen, um stärker zurückzukommen“, schrieb Sané später weiter auf Instagram.

Ribéry jubelt mit

Auf der Tribüne im Nationalstadion von Kairo jubelte Ex-Bayern-Star Franck Ribéry. Seine Frau Wahiba hat algerische Wurzeln. Wie eng die algerisch-französischen Beziehungen sind, zeigte sich noch in der Nacht auch in Frankreich. Zehntausende Anhänger der „Wüstenfüchse“ feierten ausgelassen den Titelgewinn. Auch in Algeriens Hauptstadt Algier feierten die Menschen bis tief in die Nacht den zweiten Titelgewinn. Der zuvor einzige Triumph liegt bereits 29 Jahre zurück.

Auch Liverpools Superstar Sadio Mané ackerte viel, konnte die Niederlage für den Senegal aber nicht abwenden. Die „Löwen von Teranga“, wie die Mannschaft aus Westafrika von ihren Fans genannt wird, spielten sich zwar in der Hälfte Algeriens fest, scheiterten aber immer wieder im Abschluss. Mané postete nach der Niederlage einen weinenden Emoji auf Twitter und ein Foto, auf dem er die Hand auf den Sockel mit dem Pokal legt: „Harte Zeiten gerade“, schrieb er noch dazu. Somit bleibt es dabei, dass der Senegal das Kontinentalturnier bislang nicht gewinnen kann.

Algeriens Superstar Riyad Mahrez dagegen konnte sein Glück nach dem Finalsieg kaum fassen. „Ich bin stolz, Kapitän dieser Mannschaft gewesen zu sein und von Millionen Algeriern, die uns in der ganzen Welt bis zum Schluss unterstützt haben“, sagte der Star von Manchester City nach dem Abpfiff. dpa