Fußball

Fußball Jungstar Kai Havertz will Bayer Leverkusen verlassen – und der FC Chelsea ist bereit, 100 Millionen Euro Ablöse zu zahlen

Zeit für den Abschied

Archivartikel

Leverkusen.Noch hat Kai Havertz mit Bayer Leverkusen in der Europa League die Chance auf einen erfolgreichen Saisonabschluss. Danach wird der 21 Jahre alte Offensivspieler den Werksclub nach zehn Jahren wohl verlassen. Dies berichtet der „Kicker“. Favorit für eine Verpflichtung des Jungstars soll demnach der Premier-League-Club FC Chelsea sein, der bereits Fußball-Nationalstürmer Timo Werner von RB Leipzig für 53 Millionen Euro Ablösesumme geholt hat. Aus verschiedenen Quellen hieße es, Havertz habe sich für den Club aus London entschieden, berichtet der „Kicker“.

Bayers Sportdirektor Simon Rolfes bestätigte, dass es für Havertz natürlich Interessenten gebe. Aber er sagte auch: „Wir haben kein konkretes Angebot vorliegen.“

Der Knackpunkt für den Wechsel des begehrten Profis dürfte die Ablösesumme sein. Der Offensivspieler steht noch bis zum 30. Juni 2022 beim Bundesligisten unter Vertrag. Havertz’ Wechselwunsch ist dem Club bekannt, die Höhe der Ablösesumme sollte plus Boni zumindest im Bereich eines dreistelligen Millionenbetrages liegen. Und Geschäftsführer Rudi Völler stellte noch einmal klar: „Es gibt keinen Corona-Abschlag.“

Verschiedenen Medienberichten zufolge ist der Club von Roman Abramowitsch bereit und in der Lage, die geforderten rund 100 Millionen Euro als Ablösesumme für den siebenmaligen Nationalspieler zu bezahlen. Für Havertz, der mit Bayer die Champions-League-Qualifikation zunächst verpasst hat, wäre das Erreichen der europäischen Königsklasse mit dem FC Chelsea nicht zwingende Voraussetzung für einen Wechsel. Dem 21-Jährigen sei eine langfristige Planung wichtiger, schreibt die englische BBC, ohne dafür eine Quelle zu nennen.

Lampard baut neu auf

Beim FC Chelsea, wo der frühere englische Nationalspieler Frank Lampard ein neues Topteam aufbaut, würde Havertz neben Werner auch auf seinen Nationalmannschaftskollegen Antonio Rüdiger treffen. Neu im Team ist auch Amsterdams Angreifer Hakim Ziyech, der kürzlich für 40 Millionen Euro Ablösesumme wechselte.

Nachfolge längst vorbereitet

Auch der FC Bayern München war lange an einer Verpflichtung von Havertz interessiert. Anfang Juli zog sich der Rekordmeister aber aus dem Transferpoker zurück, auch mit Blick auf die Verpflichtung von Leroy Sané. Coach Hansi Flick hätte Havertz liebend gerne beim FC Bayern gesehen. „Ich glaube, es gibt wenige Trainer, die was dagegen hätten, wenn Kai Havertz in ihrer Mannschaft spielen würde. Da würde ich mich auch einschließen“, hatte Flick im Juni gesagt.

Bayer und vor allem der junge Havertz selbst leben mit den Wechselspekulationen schon seit vielen Monaten. „Wir haben schon mehrfach die Bedingungen deutlich gemacht, zu denen wir ihn gegebenenfalls ziehen lassen würden“, sagt Clubchef Fernando Carro: „Und ich kann im Moment nicht abschätzen, ob einer der Vereine, die an ihm interessiert sind, diese Bedingungen in diesem Sommer erfüllt.“

Und obwohl das Transferfenster ausnahmsweise bis zum 5. Oktober offen hat, gibt es laut Carro auch keine Frist. „Aber wir sind auf alle Szenarien vorbereitet.“ Die Transfers mit einem möglichen Nachfolger und wohl auch ein oder zwei anderen Spielern sind längst in Leverkusen vorbereitet.

Havertz, das glaubt nicht nur der einstige Stürmer und jetzige Geschäftsführer Rudi Völler, habe so oder so „eine Weltkarriere vor sich.“ Verstärkt wurde dieser Eindruck durch die Rückrunde, als der 21-Jährige nach seinem Durchhänger im Herbst wieder groß aufspielte. „Wenn jemand in jungen Jahren schon bewiesen hat, wie er mit Druck umgehen kann, dann ist das Kai Havertz“, sagte Völler. dpa

Zum Thema