Fußball

Fußball Jasmin Heiderich hat ihr erstes Jahr als U-15-Trainerin des 1. FFC Frankfurt gemeistert / Nächster Schritt Eintracht Frankfurt?

Zwischen Sportplatz und Schule

Archivartikel

Bürstadt/Frankfurt.Die Corona-Pandemie konnte Jasmin Heiderich und ihr U-15-Mädchenteam beim 1. FFC Frankfurt nicht lange aufhalten. Schon am 13. Mai stand die 29-jährige Bürstädterin wieder mit ihrer Mannschaft auf dem Trainingsplatz. Die anfänglichen Vorgaben – Kopfbälle, Zweikämpfe, Einwürfe und generell Körperkontakt waren untersagt – stellten keine Hürden für die FFC-Mädels und ihre ambitionierte Trainerin dar. „Jedes Training, das man machen kann, ist besser, als nichts zu machen. Wir hatten jetzt die Möglichkeit, viel an unserer Technik zu arbeiten“, legt Heiderich die Krise lieber als Chance aus.

Zusätzlich rückten Ausdauer-, Kraft- und Schnelligkeitsübungen in den Fokus. „Die kannst du individuell, aber auch im Verbund trainieren. Das ist auf Abstand und ohne Berührung möglich“, weiß die Referendarin, die Deutsch und Sport am Überwald-Gymnasium in Wald-Michelbach unterrichtet. Motivationsprobleme wegen der vielen Einschränkungen? Fehlanzeige, stellt Heiderich unmissverständlich klar: „Die Mädels haben Spaß dabei. Sie sind so motiviert, wieder an der frischen Luft zu sein und sich zu sehen. Und sie sind sehr diszipliniert darin, die Regeln einzuhalten.“

Training dreimal in der Woche

Die Freude am Sport stand für die A-Lizenz-Inhaberin jedoch nicht erst während der Corona-Pause an erster Stelle. „Als Trainerin konnte ich viele Dinge ausprobieren, um die Mädels technisch, taktisch und von der Persönlichkeit her voranzubringen und ihnen weiter den Spaß am Fußball zu vermitteln – auch wenn es schon in den Leistungsbereich geht, wenn du in diesem Alter dreimal pro Woche trainierst“, blickt die Pädagogin auf ihr erstes Jahr am Frankfurter Brentanobad zurück.

Die von Heiderich trainierte U15 trat in der 1. Kreisklasse an – als einziges Mädchenteam unter zwölf C-Junioren-Mannschaften. Es war ein gutes Training für ihre Mädels, sagt Heiderich. „Vor der Saison kamen viele Mädchen neu zum FFC. Es war toll, mit dem sehr jungen Jahrgang etwas zu erarbeiten und teils gegen ältere Jungs zu spielen“, berichtet die Trainerin: „Jede Spielerin hat für sich etwas mitgenommen. Das hat sich vor allem in den Spielen gezeigt, wenn wir gegen Mädels gespielt haben. Wir konnten besser unter Druck spielen.“ In den Vergleichen mit gleichaltrigen Mädchen schnitt Heiderichs Elf hervorragend ab. Unter anderem sprangen der Gewinn des Kreispokals und eine Hallenmeisterschaft im Futsal heraus.

Den organisatorischen Drahtseilakt zwischen Sportplatz und Klassenzimmer – Mitte 2019 war Heiderich auch ins Referendariat gestartet – meisterte die Bürstädterin in fast schon gewohnt souveräner Manier. Einfach Spaß zu haben an all dem, was sie tut: Damit erübrigt sich für Heiderich jegliche Diskussion über Stress, Pflicht und Antrieb. „Das Referendariat und die Fahrten zwischen Bürstadt, Wald-Michelbach und Frankfurt nehmen viel Zeit in Anspruch. Für den Fußball nehme ich diese Zeit aber sehr gerne in Anspruch“, meint die Gymnasiallehrerin in spe. Im Zweifelsfall kann Heiderich beim vierfachen Champions-League-Sieger auf Unterstützung setzen: „Es war nie ein Problem, wenn ich mal nicht ins Training kommen konnte. Dann ist mein Co-Trainer Steffen Vandirk als Chefcoach eingesprungen.“

Überhaupt fühlt sich Heiderich „sehr wohl“ beim Frauenfußballclub. „Im Trainerteam kann man sich super kurzschließen, da ist ein ständiger Austausch. Das finde ich toll. Man sieht einen roten Faden durch die Jugendarbeit“, findet sie. Vieles spricht dafür, dass es für die 29-Jährige in der nächsten Saison in der Mainmetropole weitergeht – dann allerdings in Diensten von Eintracht Frankfurt.

Der 1. FFC soll künftig bekanntlich die Frauenfußball-Abteilung der Adlerträger bilden. Für Heiderich, die erst im November erklärt hatte, sich eine hochklassige Trainerkarriere vorstellen zu können („Ich würde es mir wünschen und arbeite mit dem Fernziel darauf hin, irgendwann vielleicht als Chef- oder Co-Trainerin in die erste Frauen-Bundesliga zu kommen“), wäre es nur der nächste logische Schritt.

Zum Thema