Gesundheit

Krebs Entscheidung freut Heidelberger Nobelpreisträger

Impfung auch für Jungen

Berlin/Heidelberg.Die Ständige Impfkommission (Stiko) des Robert-Koch-Instituts hat beschlossen, eine Empfehlung für die Impfung gegen krebserregende humane Papillomviren (HPV) nun auch für Jungen von neun bis 14 Jahren zu empfehlen. Dies ist Grundlage für eine Übernahme der Kosten durch die gesetzlichen Krankenkassen. Bislang galt die Empfehlung nur für Mädchen. Die HPV-Impfung schützt vor einer Infektion mit zwei Humanen Papillomviren, die die Ursache von 70 Prozent aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs sind.

Der Heidelberger Medizin-Nobelpreisträger Harald zur Hausen (Bild) zeigte sich sehr erfreut über die Entscheidung der Stiko: „Das wurde auch höchste Zeit!“ Der frühere Vorstandsvorsitzende des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg hatte mit seinen wissenschaftlichen Arbeiten die HPV-Impfung möglich gemacht.

Seiner Ansicht nach gibt es mehrere zwingende Gründe dafür, auch Jungen zu impfen. So hätten junge Männer in fast allen Kulturen mehr Sexualpartner als Frauen gleichen Alters und seien damit die wichtigsten Verbreiter der Infektion. „Ich habe immer plakativ gesagt: Würden wir nur die Jungs impfen, würden wir wahrscheinlich mehr Fälle von Gebärmutterhalskrebs verhüten als mit der ausschließlichen Impfung der Mädchen!“, erklärte er. Außerdem schütze die Impfung ebenfalls „vor anderen Krebsarten, die auch Männer treffen können und die durch die gleichen HPV-Typen ausgelöst werden, etwa Mund-Rachen-Krebs oder Analkrebs“. mad (BILD: DKFZ)